Geirangerfjord

15. September 2023 – Geirangerfjord

Wanderung am Geirangerfjord zum Aussichtspunkt Seven Sisters

Der Geirangerfjord ist sicherlich eine der Hauptanziehungspunkte für Touristen in Norwegen, auch für Passagiere von Kreuzfahrtschiffen in den Sommermonaten. Dies spiegelt sich unter anderem an der Preisstruktur, zum Beispiel von Aktivitäten wie Bootsfahrten wieder. Auch die Autofähre Geiranger – Hellesylt, unter normalen Umständen durchaus eine Alternative, ist nicht in der Ferjekort enthalten und kostet für zwei Passagiere und ein Wohnmobil 1.725 NOK! 

Wir haben am Geirangerfjord die Wanderung zu den View Points gegenüber der „Seven Sisters“ Wasserfälle geplant. Die bequeme Variante einer Bootstour entlang des Fjords ist uns zu touristisch und ebenfalls zu teuer. Auch das Angebot unseres Campingplatzes, uns mit dem Boot zum Anleger in Skagehola überzusetzen, ist uns bei weitem zu teuer (1.100 NOK!). Wenn man die Bootsvariante wählt, steigt man einen sehr steilen Pfad mit ausgesetzten Kletterpassagen hinauf zur Skageflå Alm und wandert dann nach Homlong.

Wir fahren indes mit dem Wohnmobil nach Homlong. Der einzige Parkplatz vor Ort erweist sich für Wohnmobile unserer Größenordnung als ungeeignet. Zudem droht man sich in dem schlammigen Untergrund festzufahren. Der Inhaber des Parkplatzes hat scheinbar bemerkt, dass sich die Wanderung zu den Seven Sisters wachsender Beliebtheit erfreut. Die Parkgebühr hat sich derweil auf 120 NOK erhöht (ehemals 50 NOK). So fahren wir zurück nach Geiranger und stellen unser Wohnmobil auf dem kostenlosen Parkplatz am Hafen ab. Mit den Bikes radeln wir zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung in Homlong.

Am Wegesrand steht ein Mirabellenbaum, an dem wir nicht vorbeigehen können! Wir pflücken eine ganze Tüte voll zuckersüßer Früchte als Wegzehrung.  Durch einen Wald geht es kontinuierlich über 500 Höhenmeter aufwärts. Es eröffnen sich gerade zu Beginn der Wegstrecke grandiose Ausblicke auf den Fjord, Bänke laden dazu ein, das Panorama ausgiebig zu genießen.

Reisebericht Wohnmobil Fjordnorwegen: Geirangerfjord

Wir setzen jedoch schnell unseren Weg fort und erreichen nach 1,5 Stunden Wanderzeit die idyllische Alm Homlongsætra. Die Holzhütten mit den überwucherten Grasdächern vermitteln den Eindruck, als ob jeden Moment lustige Trolle aus den winzigen Eingangstüren springen könnten. Während einer kurzen Pause verleiben wir uns die köstlichen Mirabellen aus Homlong ein!

Da der nachfolgende Pfad matschig und sehr unangenehm zu gehen ist, ersparen wir uns den Abstieg zur Skageflå Alm und begnügen uns mit den Aussichtspunkten auf die Seven Sisters. Genau gegenüber liegt der Wasserfall „Freier“. Es heißt der Sage nach, der Freier werbe um die sieben Schwestern! Diese stürzen am verlassenen Gehöft Knivsflå senkrecht 250 Meter in den Fjord. Die Wassermenge ist von der Schneeschmelze und dem Niederschlag abhängig, zu dieser Jahreszeit sind zumeist nicht alle sieben Wasserfälle sichtbar und eher unscheinbare Rinnsale. Während der Schneeschmelze von Mai bis Juli sind sie hingegen am besten zu beobachten. Nach einem ausgiebigen Foto-Shooting laufen wir auf gleichem Weg zurück nach Homlong.

In Geiranger machen wir noch ein kurzes Sightseeing, stellen jedoch fest, dass der Ort wenig Flair versprüht. Die beiden Hotelklötze in Hafennähe sind unansehnlich, und ansonsten reiht sich ein Souvenirshop an den nächsten. Nicht auszudenken, was hier los ist, wenn Kreuzfahrtschiffe Tausende von Passagieren in den kleinen Hafen ausspucken! Wir treten alsbald den Rückzug zum Campingplatz an.

Stellplatzbewertung Geirangerfjorden Feriesenter

Ort: Geirangerfjord; 62.1169, 7.1853

Art des Stellplatzes: Campingplatz

Kosten: 440 NOK (abzgl. 15 % ADAC Rabatt ab 1.9.), Strom 50 NOK, Dusche 10 NOK

Verfügbar: alle Einrichtungen

Bewertung Lage: 1

Bewertung Ruhe: 1

Bewertung Sanitäranlagen: 2-3

Anfahrt: Zwei Kilometer außerhalb Geirangers

Mobilfunknetz: 5G / kostenloses W-Lan

16. September 2023 – Vom Geirangerfjord zu den Inseln des Nordøyvegen

Der Trollstigen im dichten Nebel

Ørnevegen ist der Name der elf Haarnadelkurven, die sich den Berghang von Geiranger nach Eidsdal hinaufschlängeln. Auf dem höchsten Punkt befindet sich der View Point Ørnesvingen mit einer Plattform sowie einem künstlichen Wasserfall, der über einen gläsernen Boden in die Tiefe rauscht. Wir schauen wie bereits gestern während unserer Wanderung auf Geiranger, den Fjord, die Sieben Schwestern sowie die verlassene Alm Knivsflå, nur heute eben von der anderen Seite. Leider ist der Himmel wolkenverhangen und das Licht alles andere als optimal.

Lange halten wir uns am View Point nicht auf und fahren weiter auf der Landschaftsroute Geiranger – Trollstigen. Unterwegs halten wir bei dem sehr empfehlenswerten Outlet Shop von Devold in Valldal. Hier werden hochwertige Merinowolle Outdoor-Klamotten zu günstigen Preisen angeboten. Ich finde ein Wander-Shirt und eine Hoodie-Jacke.

Ohne längere Stopps steuern wir bei sehr wechselhaften Wetter den Trollstigen an, lediglich die schöne Hochebene, die an die Landschaftsroute Gamle Strynefjellsvegen erinnert, verführt uns zu einem kurzen Foto-Stopp im Nieselregen.

Der Trollstigen ist wahrscheinlich Norwegens berühmteste Straße. Die Passstraße windet sich durch elf Haarnadelkurven über einen steilen Berghang hinunter ins Romsdalen – so viel zur Theorie! Am großen Parkplatz des Trollstigen Cafés angekommen, umgibt uns dichter Nebel und strömender Regen. Wir verzichten darauf, uns auf die Aussichtsplattform, auf der bereits Millionen von Fotos hinunter auf die Haarnadelkurven geschossen worden sind, zu begeben. Man sieht buchstäblich die Hand vor Augen nicht! Ohne ein einziges Foto vom View Point fahren wir hinab ins Tal und bestaunen dort wenigstens noch die lustigen Trolle am Campingplatz!

Galerie

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