Flåm

08. September 2023 – Von Hemsedal nach Flåm

Mit dem Elektroboot durch den Nærøyfjord

Nach einem kurzen Frühstück folgen wir dem Hemsedalsvegen. Hemsedal ist der beliebteste Skiort Norwegens und bekannt für seine atemberaubende Natur sowie hervorragende Möglichkeiten zum Skifahren und Snowboarden. Die Landschaft entlang des Flusses und der Seen, in denen sich Bergketten spiegeln, ist atemberaubend und lädt fortlaufend zu Foto-Stopps ein.

Hemsedal

Wir erreichen den Lærdalstunnel, der mit knapp 25 Kilometern längste Straßentunnel der Welt. Er ist ein Meisterwerk moderner Ingenieurskunst und gerade einmal in fünf Jahren erbaut worden. Um Autofahrer vor Ermüdung zu schützen, sind im Verlauf drei blau beleuchtete Galerien installiert, die für Abwechslung in dem ansonsten dunklen Tunnel sorgen sollen. Hier dürfen Autofahrer sogar anhalten und aus ihrem Auto aussteigen. Zudem haben sich die Architekten für eine leicht kurvige Streckenführung aus den gleichen Gründen entschieden.

lærdalstunnel

Direkt hinter dem Tunnel erreichen wir Flåm, am Ende des Aurlandsfjords, einem Seitenarm des Sognefjords, gelegen. Da wir vom Ort aus Aktivitäten geplant haben, entscheiden wir uns für den einzigen Campingplatz im Ort, dem „Flåm Camping & Hostel“, ziemlich groß und nicht gerade super-idyllisch gelegen, aber zweckmäßig und ruhig. Zu dieser Jahreszeit muss man hier nicht reservieren, in der Hauptsaison ist es auf dem Platz allerdings häufig brechend voll! Wenn man nach Flåm kommt, sollte man möglichst darauf achten, dass kein Kreuzfahrtschiff hier ankert, da das kleine Örtchen dann aus allen Nähten platzt! Jährlich machen hier rund 150 Kreuzfahrtschiffe Halt!

Im Touristkontor am Bahnhof können die Tickets für alle Aktivitäten gebucht werden. Wir starten mit einer umweltfreundlichen Elektroboot-Cruise durch den Nærøy- und Aurlandsfjord mit der „Vision of The Fjords“. Wir empfehlen die Tour mit dem Shuttle-Bus zu kombinieren, der die Orte Flåm und Gudvangen verbindet (715 NOK p.p.). Die andere Variante wäre, beide Touren mit dem Boot zu machen.

Wir entscheiden, zunächst nach Gudvangen zu fahren und unsere Fjord-Tour dort zu beginnen. Die normale Gudvangen–Kaupanger Fähre, die im Nærøyfjord exakt die gleiche Route einschlägt, hätten wir dem Touristenboot vorgezogen, jedoch verkehrt die Linie nur bis Ende August.

Ansonsten ist Flåm komplett vom Tourismus geprägt. Die bunt angetünchten Holzhäuser der Touristeninfo und der Flåm Bakeri am Hafen vermitteln ein freundliches Ambiente. Mit einem sauteuren Sandwich und unserer ersten leckeren Zimtschnecke aus der Bäckerei setzen wir uns ans Hafenbecken und warten auf die Abfahrt des Shuttle-Busses.

flåm-touristkontor

In Gudvangen angekommen besteigen wir die „Vision of The Fjords“. Nahezu geräuschlos gleitet das Elektroboot mit einer Geschwindigkeit von gerade einmal zehn Knoten durch den smaragdgrünen Nærøyfjord. Monumentale Berge umschließen den beeindruckenden Fjord, der zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. An den steilen Hängen thronen alte Bauernhöfe, Wasserfälle stürzen hinab in die Tiefe.

nærøyfjord
vision-of-the-fjords

An seiner schmalsten Stelle misst der siebzehn Kilometer lange Fjord gerade einmal 250 Meter und ist damit der zweitschmalste Fjord Europas. Die Fahrt dauert ungefähr zwei Stunden, wobei die Zeit wie im Fluge vergeht. Die imposanten Berge, die eine Höhe bis über 1.700 Meter erreichen, rahmen das türkisfarbene Gewässer malerisch ein. Die Cruise ist eine ganz besondere Begegnung mit der unberührten Schönheit der Natur Norwegens, die wir nur wärmstens empfehlen können.

nærøyfjord

Gegen Abend machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Hausberg von Flåm, dem Fretheimshaugane. Im Abendlicht schauen wir hinab auf den Hafen und den Aurlandsfjord.

fretheimshaugane

09. September 2023 – Flåm

 Großartige Tour mit dem Bike & der Flåmbahn

Ein weiteres Highlight unserer Reise folgt am heutigen Tag. Die historische Flåmbahn ist eine der steilsten und spektakulärsten Bahnstrecken der Welt, die jährlich sage und schreibe eine Million Passagiere befördert. Wir können nur jedem Reisenden ans Herz legen, nur eine Strecke mit der Flåmbahn nach Myrdal zu fahren und mit dem Bike zwanzig Kilometer abwärts nach Flåm zu radeln. Nur so erschließt sich einem die atemberaubende Kulisse dieser magischen Bergwelt. Der Transport des eigenen Bikes in der Flåmbahn kostet 150 NOK, ansonsten kann man ein Fahrrad am Bahnhof in Myrdal mieten.

flåmbahn
flåmbahn

Die Flåmbahn wurde in den 1920er Jahren gebaut. Es ist beeindruckend, wie die damaligen Ingenieure mit einfachsten Mitteln diese schwierige Strecke erschlossen haben. Einen magischen Zwischenstopp gibt es am Kjosfossen-Wasserfall. Hier stürzt das Wasser 93 Meter in die Tiefe, während eine rot gekleidete Elfe überraschend auf einem Felsvorsprung erscheint und zu sphärischen Klängen tanzt (… entdeckt ihr auf dem Foto die Elfe …?).

kjosfossen-wasserfall

Auf den letzten Kilometern schraubt sich die Bahn langsam in die Höhe, leider versperren nur allzu oft dunkle Tunnel den Ausblick auf die spektakuläre Szenerie.

Reisebericht Wohnmobil Fjordnorwegen: Flåmbahn

Am kleinen Bahnhof von Myrdal ist schließlich nach einer Stunde Fahrzeit Endstation. Dort nehmen wir unsere Bikes aus dem Gepäckwagen wieder in Empfang. Eine steile Schotterpiste führt abwärts zurück ins Tal. An einem schönen Wasserfall machen wir zunächst ein kleines Picknick und lassen die unfassbar schöne Landschaft auf uns einwirken.

myrdal
myrdal-wasserfall

Schließlich setzen wir unsere Fahrt fort und erreichen nach kurzer Zeit den Myrdalssvingane, den steilsten Part der gesamten Abfahrt. Dreiundzwanzig Haarnadelkurven führen an einem Bergrücken über eine Strecke von vier Kilometern 350 Höhenmeter abwärts. Die Straße wurde im Jahr 1898 als Baustraße für den Bau der Eisenbahnstrecke nach Bergen errichtet. Auf dieser Passage muss man bei der Abfahrt höllisch aufpassen und das Tempo stark drosseln, da der Schotterbelag rutschig ist.

Am Ende des Myrdalssvingane kommt alsbald die Talstation der Flåm-Zipline in Sicht. Wir sind der Meinung, dass sich dieses kleine Vergnügen, das nur wenige Minuten dauert, nicht wirklich lohnt.

myrdalssvingane

Stolze 800 NOK muss man für die 1.381 Meter lange Zipline berappen. Der kleine Kiosk an der Talstation bietet Kaffee an, den wir uns zusammen mit einer Zimtschnecke aus der Flåm Bakeri schmecken lassen. Natürlich wandert auch ein Stück hausgemachter Ziegenkäse in unseren Rucksack, der hier angeboten wird.

Im weiteren Streckenverlauf passieren wir zahlreiche spektakuläre Wasserfälle, die sich in den Fluss Flåmselvi ergießen.

flåm-zipline
Flåmselvi-wasserfall

Schließlich erreichen wir die Flåm Kyrkje, eine wunderschöne Holzkirche aus dem 17. Jahrhundert.

flåm-kyrkje
flåm-kyrkje

Wir lassen diesen erlebnisreichen Tag auf der Terrasse des Flåm Marina beim wahrscheinlich teuersten Glas Bier unseres Lebens ausklingen (110 NOK!). An diese Preise für Alkohol müssen wir uns wohl in den nächsten Wochen gewöhnen müssen! Der Ausblick auf den Fjord ist dafür grandios!

Stellplatzbewertung Flåm Camping & Hostel

Ort: Flåm; 60.8631, 7.1097

Art des Stellplatzes: Campingplatz

Kosten: 390 NOK, Dusche 20 NOK, Strom 60 NOK

Verfügbar: alle Einrichtungen verfügbar

Bewertung Lage: 2-3

Bewertung Ruhe: 2

Bewertung Sanitäranlagen: 2

Mobilfunknetz: 5G, kostenloses W-Lan

flåm-camping&hostel

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