Rhön

26. Juni 2020 – Vom Hainich Nationalpark in die Rhön

Da wir ein erstes kleines Problem an unserem Wohnmobil haben, beschließen wir auf dem Weg in die Rhön nach Fulda zu einem Knaus-Händler zu fahren. Das Schloss eines unserer Schränke hat sich gelöst und lässt sich nicht mehr schließen. Wir kaufen ein neues Schloss, bauen es schnell ein und schon kann die Fahrt weitergehen in die nahe Rhön.

Auf der Wasserkuppe, der höchsten Erhebung der Rhön, ist der Teufel los. Jede Menge Motorradfahrer habe den markanten Punkt als Ziel auserkoren. Hier ist uns definitiv zu viel Rummel, so dass wir unseren Weg unmittelbar fortsetzen. In dem kleinen Örtchen Fladungen gibt es einen Bauernladen in der Nähe des Bauernmuseums, wo unter anderem alte Eisenbahnwagons ausgestellt werden. Dort kann man leckere geräucherte Würste vom Wildschwein, Lamm oder Kalb sowie ofenfrisches Brot erwerben.

Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Wohnmobil-Stellplatz an der Sennhütte mit schönem Ausblick auf die sanften Hügel der Rhön. Der Stellplatz wird vom Hotel der Sennhütte betrieben.

Eine erste kleine Wanderung führt uns zum Schwarzen Moor, ein Hochmoor, das sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat, da es weitgehend von Trockenlegung und Torfabbau verschont geblieben ist. Über einen schönen Rundweg kann man über Holzstege durch die Moorlandschaft wandern. Auf Hinweistafeln werden verschiedene Moorstadien vom Nieder- bis zum aufgewölbten Hochmoor erklärt. Unzählige Wiesen-Knöterich Blüten, so weit das Auge reicht, färben die Moorwiesen in ein ein zartes lila ein.

Wir sitzen noch eine Weile vor dem Wohnmobil und beobachten die Hausrotschwänze, die geschäftig in einer Tanne von Ast zu Ast springen.

In der Sennhütte wird auf der Außenterrasse zu Abend gegessen, Schweinelendchen (vom Rhön Schwein) und Matjes – wunderbare Hausmannskost, liebevoll zubereitet. Insbesondere der Wildschweinrücken am nächsten Abend weiß zu überzeugen.

27. Juni 2020 – Rhön

Noch gestern waren die Wettervorhersagen für heute alles andere als verheißungsvoll – doch heute sieht die Welt schon sehr viel freundlicher aus: Das angekündigte Gewitter soll ist auf den späten Nachmittag verschoben! Also bleiben wir bei unserer Planung und durchwandern den Dreiländereck-Rundweg (Rhön-Rundweg 4). Der Pfad führt hinab ins hessische Ulstertal, während man unterwegs den Grenzpfahl des Dreiländerecks passiert. Saftige Blumenwiesen mit blühenden Lupinen erfreuen den Wanderer am Wegesrand.

In Wüstensachsen kehren wir ein zu unserer wohlverdienten Mittagspause in den Gasthof Lisa´s Welt und genießen einen deftigen bosnischen Gemüseeintopf. Inhaberin Lisa kommt aus Bosnien und somit stehen diverse Balkanspezialitäten auf der Speisekarte.

Die 350 Höhenmeter, die wir auf dem Hinweg hinabgestiegen sind, müssen wir nun aufwärts hinter uns bringen. Die Beschilderung ist in diesem Teil etwas verwirrend, so dass wir zweimal einen Umweg in Kauf nehmen müssen. Dadurch werden wir am Ende auf glatte zwanzig Kilometer kommen. Im Gasthof in Birx kehren wir noch einmal für eine erfrischende Johannisbeerschorle ein, da unsere mitgebrachten Getränke aufgrund der Umwege längst aufgebraucht sind.

Der kleine Weiler Birx lag unmittelbar an den Grenzschutzanlagen der DDR und dem Todestreifen. Der Grenzverlauf ist auch heute noch zu erahnen, da sich ein kahlgeschlagener Streifen von Birx den Hügel hinaufzieht. Oberhalb des Örtchens liegt eine kleine Gedenkstätte mit Grenzturm und einem Stück Zaun. Dies sind die Plätze, die man allen ehemaligen DDR-Bürgern empfehlen kann, die auch heute noch das totalitäre Regime verharmlosen und öffentlich von sich geben, nicht alles in der DDR sei ja schlecht gewesen!

 

Nahe Birx sind auch aufgestapelte Findlinge zu entdecken, ein echtes Refugium für Kreuzottern, Eidechsen und Insekten darstellen. Die Verwitterung der Steine zeugt davon, dass Bauern in längst vergangenen Zeiten die Findlinge entfernt und an den Rand ihrer Felder abgelegt haben.

Den ganzen Nachmittag hört man es in der Entfernung immer mal wieder grummeln, jedoch hält sich die Sonne an der Sennhütte standhaft, und das vorhergesagte Gewitter bleibt uns erspart, so dass wir am späten Nachmittag noch auf unseren Liegestühlen relaxen und den grandiosen Blick auf die Rhön-Landschaft bei einer Tasse Kaffee genießen können.

Zuvor haben wir uns im Hotel gegen eine Gebühr von 2,50 € pro Nase Staub und Schweiß vom Leib geduscht.

Stellplatzbewertung Womo-Stellplatz Sennhütte

Ort: Fladungen

Art des Stellplatzes: Womo-Stellplatz

Kosten: 9,50 € (mit 2 € Verzehrgutschein)

Verfügbar: Strom, WC, Dusche (gegen Gebühr, 2,50 €),

Nicht verfügbar: Wasser, Entsorgung

Bewertung Lage: 1

Bewertung Ruhe: 3

Bewertung Sanitäranlagen: 1-2

Mobilfunknetz: E

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