Vorbereitung Schottland 2022

Unser nächster größerer Wohnmobil-Roadtrip führt uns im Frühsommer 2022 nach Schottland. Wir haben die wohl entspannteste Anreise-Option gewählt: Mit der DFDS-Fähre von Amsterdam nach Newcastle. Die Fähre verkehrt über Nacht, so dass wir erwarten, ausgeruht in Newcastle anzukommen. Vom Hafen in Newcastle sind es gerade einmal noch rund 100 Kilometer bis zur schottischen Grenze. 

Die Buchung der Fähre auf der Website von DFDS ist einfach und selbsterklärend. Wir zahlen für die Überfahrt hin und zurück inklusive unseres Wohnmobils (7-10 Meter), einer Außenkabine und Frühstück 696,– €. Die Vorbestellung des Dinners werden wir uns nach den Erfahrungen mit der Fähre nach Göteborg schenken und lieber im a´la carte Restaurant speisen. Wenn man erst relativ kurzfristig bucht, kann es passieren, dass kein Platz mehr für Wohnmobile verfügbar ist. In jedem Fall aber wird es deutlich teurer – sehr leicht kann das Zwei- bis Dreifache des oben genannten Fährpreises anfallen! Daher unser Tipp: Die Fähre unbedingt einige Monate im Voraus buchen! 

Wie üblich wollen wir keine Reservierungen auf Stellplätzen vornehmen und uns lieber von Ort zu Ort treiben lassen. Schottland ist ein Reiseland, in dem das „freie Stehen“ mit dem Wohnmobil erlaubt ist, sofern nicht Hinweisschilder explizit gegenteiliges besagen und alle anderen örtlichen Regeln eingehalten werden!  Da wir bevorzugt an einsamen und naturbelassenen Orten in freier Natur stehen und unser Wohnmobil mittlerweile ziemlich autark ist, werden wir versuchen, Campingplätze weitestgehend zu vermeiden, es sei denn, wir müssen unser Grau-/Schwarzwasser entsorgen und finden keine andere geeignete Station. Den Scottish Outdoor Accsess Code (SOAC), wo du alle Regeln zum Freistehen nachlesen kannst, findest du hier.

Unser erstes Ziel wird die Vogelinsel Isle of May sein, wo wir Papageientaucher und andere Seevögel beobachten und fotografieren wollen. Wenn man wie wir auf einen speziellen Termin angewiesen ist, empfiehlt es sich, die Tickets auf der Website von Anstruther Pleasure Cruises im Voraus zu buchen. Insbesondere am Wochenende sind die Touren häufig ausgebucht. 

Unsere geplante Reiseroute in Schottland:

Anschließend wollen wir entlang der Ostküste bis nach Inverness fahren und von dort aus den Fährhafen von Ullapool ansteuern. Die zweite Hälfte unseres Roadtrips führt uns dann auf die Äußeren Hebriden. Viel mehr wird in drei Wochen bei unserem Slow-Travelling-Tempo kaum zu schaffen sein, wenn wir uns wie gewohnt auf Land und Leute einlassen wollen. 

Midges können in bestimmten Gebieten Schottlands zu einem Problem werden. Die kleinen Plagegeister mögen es windstill, feucht und nicht gerade sonnig; in einem solchen Milieu haben die Biester schon so manchen Camper in den Wahnsinn getrieben! Wir haben uns für von Midges durchseuchte Gebiete ein Netz von Smidge* gekauft, dass wir über einen Sonnenhut legen können, um uns so auf unseren Wanderungen vor den lästigen Blutsaugern schützen zu können. Das beste Insekten-Repellent (z.B. von Smidge) kauft man am besten direkt vor Ort, das bei uns bekannte Authan hilft in der Regel nicht!

Leider klappt es vor unserer Schottland-Tour nicht mehr mit den geplanten Einbauten in unserem Wohnmobil: Zum einen beschäftigen wir uns seit einiger Zeit mit dem Thema Trockentrenntoilette. Und das insbesondere aus folgenden Gründen:

> Wir wollen einfach keine Chemie mehr verwenden und anstatt dessen eine ökologisch einwandfreie Toilettenlösung.

> Wir wollen ebenfalls aus ökologischen Gründen unseren Wasserverbrauch so gering wie möglich halten.

> Wir wollen uns nicht alle paar Tage auf die Suche nach einer Entsorgungsstation für Schwarzwasser begeben müssen und dabei wertvolle Urlaubszeit verplempern.

> Und natürlich zählt die Entsorgung der herkömmlichen Toilettenkassette, wie sich Jedermann vorstellen kann, auch nicht gerade zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.

Bislang konnten wir uns nicht so recht entscheiden zwischen der Clesana C1, die mit einer völlig neuen und innovativen Verschweißtechnik ausgestattet ist, und der OGO von Tomtur, einer Komposttoilette mit elektrischem Rührwerk. Beide Toiletten sind erst in diesem Jahr in den Handel gekommen. Die derzeitige Situation in unserem Badezimmer mit der herkömmlichen Thetford-Kassettentoilette zeigt das Foto. Warum wir uns letztlich für die OGO entschieden haben? Es liegt schlicht und ergreifend an unserer Art zu Reisen! Die OGO, wie auch das Vorgängermodell „Nature´s Head“, sind für den Dauerbetrieb konzipiert, während die Clesana wohl eher für „gelegentliche Geschäfte“ geeignet ist. Der Feststoffbehälter der OGO muss bei regelmäßiger Nutzung nur alle 4 bis 5 Wochen entleert werden, während man den Flüssigkeitstank im Grunde überall entsorgen kann, da er vollkommen chemiefrei ist. Somit hat man keine Probleme damit, wenn über mehrere Tage keine Entsorgungsstation aufzutreiben ist. Bei der Clesana müsste man sich alle paar Tage auf die Suche nach einem Restmüllcontainer begeben, der in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt wird.

Gerade in Schottland hätte uns eine TTT so viel mehr Freiheit beschert – jetzt werden wir uns wieder auf die Suche nach den dort eher spärlich gesäten Entsorgungseinrichtungen machen müssen, wenn wir weiterhin möglichst keine Campingplätze nutzen wollen.

Auch das Thema Gasversorgung ist immer ein Grund in die Planung zu gehen. Im ganzen europäischen Ausland herrschen andere Regeln und fast überall unterscheiden sich die Gasflaschensysteme – in Zeiten zunehmender Globalisierung eigentlich kaum zu verstehen! In manchen Ländern können die deutschen grauen Gasflaschen an LPG-Tankstellen aufgefüllt werden (z.B. in Norwegen), in anderen Ländern wiederum kommt man um den Kauf/die Miete einer ausländischen Gasflasche nicht herum, die dann in der Regel mit einem Adapter* betrieben werden kann. 

Einen guten Überblick über die Gasversorgung im Ausland verschafft der Artikel bei Promobil. Wer in Schottland Gas benötigt, muss sich eine Leihflasche der Firma Calor besorgen und mit einem speziellen Entnahmeadapter ausstatten, der nicht in dem herkömmlichen Euro-Set enthalten ist (GB-Adapter ist bei Wynen-Gas bestellbar).

Da uns die Gasversorgung im Ausland zunehmend lästig wird, haben wir uns für eine Umrüstung auf einen fest verbauten Gastank im Gaskasten entschieden. Mit einer solchen Anlage können wir dann künftig europaweit (mit Ausnahme in Finnland) an Autogas LPG-Tankstellen zu jedem Zeitpunkt unsere Gasvorräte auffüllen, müssen auch nicht mehr darauf warten, bis eine Gasflasche vollständig verbraucht ist, bevor sie dann gewechselt wird. 

Beide Einbauten sind bereits nach unserer Schottland-Reise beim Tomtur-Vertragshändler terminiert. Über unsere Erfahrungen werden wir in einem unserer nächsten Foto-Reiseberichte schreiben.

Literatur für deine Reise mit dem Wohnmobil nach Schottland*:

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