Tayside & Süd Grampian

21.05.2022 – Von Anstruther – Fowlsheugh (143 km)

Wir bewegen uns weiter an der Ostküste entlang in Richtung Norden. Heute haben wir ein sattes Sightseeing-Programm vor und starten zunächst in dem reizenden benachbarten Hafenörtchen Crail. Wohnmobile können nur oben an der Hauptstraße parken, der Parkplatz unten am Hafen ist ausschließlich PKW vorbehalten. Auf einer erhöht liegenden Promenade schauen wir auf das pittoreske, alte Hafenbecken. Am Hafen selbst sind bei einem Fischer frisch zubereitete Lobster und Crabs To-Go zu kaufen, natürlich noch nicht so früh am Morgen.

Der nächste Stopp ist in St. Andrews, das Mekka des Golfsports. Auf dem berühmten „Old Course“ des mondänen Royal and Ancient Golfclubs können auch Gäste für ein horrendes Entgelt spielen, müssen dafür allerdings zwei Jahre im Voraus buchen! Das Clubhaus ist tatsächlich ausschließlich Männern vorbehalten – dass es so etwas heutzutage noch gibt!!! Wir parken unterhalb der Kathedrale, deren Bau einstmals 150 Jahre in Anspruch genommen hat und die einstmals die größte Kirche Schottlands war. Die Ruine ist für Besucher gesperrt, da sie baufällig ist. Wenn man sich die staksigen Reste der hohen Türme anschaut, versteht man diese Maßnahme sofort. So umrunden wir das imposante Gebäude nur und versuchen so gut es geht brauchbare Fotos von außerhalb der Mauern zu schießen. 

Auch die gegenüberliegende Ruine des St. Andrews Castles ist nicht für Besichtigungen zugänglich.

Bei Dundee überqueren wir die Tay Road Bridge, die den mächtigen Mündungsarm der Tay überspannt. Sie ist mit 2.250 Metern eine der längsten Straßenbrücken Europas. Wir befinden uns nun im Tayside Council.

Keine Sighseeing-Tour in Schottland ohne imposante Castles. Als erste Burg unseres Schottland-Road Trips haben wir uns noch dazu ein ganz besonderes ausgesucht: Glamis Castle! Hier ist „Queen Mum“ aufgewachsen, die Mutter der mittlerweile 96 Jahre alten Queen Elisabeth! Am Kassenhäuschen entrichten wir das Eintrittsgeld von 15,50 £, und ich komme in den Genuss des ersten Seniorenrabattes meines Lebens. Besucher ab 60 Jahre erhalten eine Ermäßigung von 3,50 £ – irgendwie fühlt es sich schon komisch, geradezu diskriminierend an, aber man muss es wohl einfach gelassen hinnehmen! Auf dem Parkplatz steht ein auf Hochglanz polierter Rolls Royce Oldtimer – ob sich Queen Mum wohl in diesem edlen Gefährt schon durch die Gegend hat kutschieren lassen?

Am Eingang zu den zu besichtigen Gemächern kann man eine Self-Guided Tour auf das Handy herunterladen und sich durch die Räume geleiten lassen. Die gesamte Burg ist vollgestopft mit allerlei royalem Plünn, die Wände hängen voll mit Portraits der erweiterten Königsfamilie. Gleich der erste zu besichtigende Raum, das Speisezimmer, ist pompös. Eine üppige Silber Galeone verziert seit jeher die Mitte des massiven Mahagonitisches, der für größere Gesellschaften auf die doppelte Länge erweitert werden kann. Hier hat schon so manch prominenter Staatsbesuch diniert, aber auch nicht-royale Hochzeitsgesellschaften können sich einbuchen!

Nach dem Rundgang durch das Castle werfen wir noch einen Blick auf die königlichen Gärten. Der interessanteste Teil ist noch der Zedernwald mit einem wundervollen, alten Baumbestand. Im mystischen Wald befindet sich der Macbeth Trail, wo Künstler sieben Holzskulpturen aus Shakespeares Werk kreiert haben.

Bei der Ausfahrt aus dem Schlosspark können wir es uns nicht verkneifen, ein Foto unseres Wohnmobils vor dem ehrwürdigen und geschichtsträchtigen Gebäude zu schießen. Danach setzen wir unsere Fahrt fort.

Und weil´s so schön war, steht gleich noch ein weiteres Castle auf unserem Programm, das Dunnotar Castle. Wohnmobile können auf einem separaten Parkplatz neben den Bussen parken, sofern ein Platz verfügbar ist. Das Castle thront malerisch auf einem Felssockel. Die besten Fotos schießt man sichrlich am späten Nachmittag von der rechten Klippenkante, dann steht die Sonne direkt im Rücken.

Wir folgen dem Pfad entlang der senkrecht abfallenden Klippen, rechtsseitig des Castles. Die Felswände sind fest in der Hand von Dreizehenmöwen, die hier zu Abertausenden in der senkrechten Felswand brüten. Für einen Besuch des Castles ist es zu spät, um 17 Uhr ist der letzte Einlass. Wir sind auch nicht ganz traurig, denn wahrscheinlich ist das Castle von außen aufgrund seiner prominenten Lage aufregender als von innen.

Uns treibt es ins wenige Kilometer entfernte Nest Crawton, das aus einer Hand voll Häusern besteht, die in idyllischer Lage auf der Steilküste thronen. In Crawton startet ein nicht nur für ornithologisch Interessierte sehr beliebter Weg, der Fowlsheugh Path, den wir am späten Nachmittag erkunden. In den Klippen brüten 120.000 Seevögel, unter anderem Dreizehenmöwen, Trottellummen, Tordalke und sogar ein paar Papageientaucher. Auf dem kleinen Parkplatz vor der Siedlung sind wenige markierte Plätze, auf denen man mit seinem Fahrzeug auch über Nacht stehen kann. Am besten sind die Chancen, einen Parkplatz zu ergattern, gegen Abend, da dann die Tagesausflügler allmählich von ihrem Spaziergang entlang der Klippen zurückkehren. 

Stellplatzbewertung Parkplatz Feulsheugh

Ort: Crawton; 56.9111, -2.2003

Art des Stellplatzes: Parkplatz

Kosten: —

Verfügbar: —

Nicht verfügbar: Strom, Dusche, WC, Trinkwasser, Entsorgung

Bewertung Lage: 1

Bewertung Ruhe: 1

Bewertung Sanitäranlagen: —

Mobilfunknetz: 3G

Galerie

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