Senj

Die Lage des Campingplatzes Kozica wenige Kilometer vor Senj ist wahrlich ein Traum. Wie erwartet ist der Platz trotz der Pfingstferien in Bayern leer, so dass wir einen Stellplatz in erster Reihe mit Blick auf die Insel Krk belegen können. Wir kommen nach der langen Fahrt mit beruhigendem Blick auf die spiegelglatte Kvarner Bucht erst einmal zur Ruhe.

Unzählige Nachtigallen trällern um uns herum ein lustiges Liedchen, während wir draußen auf dem Meer einen Schwarm Möwen beobachten, der kreischend die Überbleibsel von jagenden Thunfischen einsammelt. Auch entdecken wir einige Neuntöter, die immer wieder erhabene Warten in den Bäumen anfliegen, um Beute zu erspähen. Einzige kleine Minuspunkte des Campingplatzes: Zum einen befindet sich die Magistrale über uns in Hörweite. Zum anderen muss man wissen, dass man sich vom Platz aus weder zu Fuß noch mit dem Fahrrad fortbewegen kann, es sei denn, man möchte todesmutig mit dem Fahrrad die Magistrale befahren!

Zum Dinner bewegen wir uns keinesfalls von diesem einzigartigen Plätzchen fort, zumal die Speisekarte des Campingplatz-Restaurants mit Cevapcici, Wiener Schnitzel und Rasnici keine kulinarischen Highlights anzubieten hat.

28. Mai 2021 – Senj

In der Nacht hat die Bora kräftig von den Bergen herabgeblasen und unser Wohnmobil mächtig durchgeschüttelt. Morgens ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei, und wir genießen ein ausgiebiges Frühstück. Heute haben wir uns einen Tag zum Relaxen vorgenommen. Wir verbringen zunächst ein paar Stunden am Strand und ich wage sogar ein Bad in den kühlen Fluten des Mittelmeers. Das von den Bergen herabfließende Schmelzwasser kühlt das Mittelmeer ab und trägt zu den extrem niedrigen Wassertemperaturen von maximal 16 ° Celsius bei. Die kleine Bucht besteht aus groben Kieseln, das Wasser ist kristallklar.

Am Abend weihen wir unseren neuen Camping-Gasgrill ein (ein Enders Urban Pro) und sind vom Ergebnis begeistert! Diesen Grill können wir nur allen Wohnmobilisten empfehlen, zumindest denen, die ein bisschen Platz in der Garage haben. Während die Sonne eindrucksvoll hinter den Karstfelsen von Krk versinkt, genießen wir noch einmal das außergewöhnliche Ambiente während des Dinners.

Stellplatzbewertung Camping Kozica

Ort: Senj

Art des Stellplatzes: Campingplatz

Kosten: 25,– €

Verfügbar: Strom, Wasser, Dusche, Entsorgung, WC

Nicht verfügbar: —

Bewertung Lage: 1+

Bewertung Ruhe: 2

Bewertung Sanitäranlagen: 2

Mobilfunknetz/W-Lan: kostenloses W-Lan in der Nähe der Rezeption / LTE

Sonstiges: Restaurant und kleiner Shop vorhanden

29. Mai 2021 – Von Senj zum National Park Sjverni Velebit

Nachdem wir morgens unser Wohnmobil startklar gemacht haben, befahren wir die Magistrale südwärts. Auf dem Streckenabschnitt bis Sveti Juraj eröffnen sich uns immer wieder fantastische Ausblicke auf das vorgelagerte Adria-Inselarchipel! In Sveti Juraj verlassen wir die Magistrale und schrauben uns in Serpentinen mit Steigungen bis zu 15 Prozent hoch zum Velebit Nationalpark Eingang. Dort entrichten wir unsere Eintrittsgeld von 6,– € pro Person und quälen uns langsam den Schotterweg hinauf zum Parkplatz von Zavizan. Die Piste hat zwar etliche tiefe Schlaglöcher, ist jedoch mit einem Wohnmobil unserer Größenordnung bei vorsichtiger Fahrweise machbar.

Eine dringende Empfehlung vorab: Diese Tour ist nur mit guten Bergschuhen zu empfehlen, keinesfalls mit Turnschuhen oder anderem leichten Schuhwerk! Unser Weg führt uns zunächst in Richtung der Berghütte Zavizan. Den rot-weißen Markierungen folgend besteigen wir alsbald die grasbewachsene Kuppe des Zavizanska Kosa, knallblaue Frühjahrs-Enziane säumen dabei den Weg. Der Abstieg vom ersten Gipfel ist durch ein steiles Karst-Geröllfeld etwas unangenehm.

Alsbald beginnt mit einigen Kletterpassagen der Aufstieg zum nächsten Gipfel, dem Balinovac. Kurz vor dem Ziel führt der Pfad durch einen nahezu senkrecht aufsteigenden Kamin, der jedoch bei normaler sportlicher Konstitution machbar sein sollte.

Der Blick vom Gipfel auf die Kvarner Bucht ist einfach nur berauschend. Auf einem Felsen sitzend geben wir uns eine ganze Weile demütig diesem fantastischen Ausblick hin.

Der Abstieg führt uns über den nun nicht mehr ganz so steil abfallenden Pfad durch ein Geröllfeld direkt hinein in einen märchenhaften Buchenwald und später zum „botanischen Garten“, in dem die hiesige Pflanzenwelt auf Schildern erklärt werden. Dem breiten Fahrweg folgend setzen wir unseren Weg fort hinauf zur Zavizan Hütte, wo wir uns für alle „Mühen“ mit einem kühlen Bier belohnen.

Galerie

Fortsetzung folgt in Kürze!

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