Plitvicer Seen

16. Juni 2021 – Plitvicer Seen

Wir haben uns entschieden, nicht über den Landweg Peljesac zu verlassen, sondern die entspannte Variante mit der Fähre zu wählen. Die Überfahrt von Trpanj nach Ploče dauert eine Stunde und kostet ungefähr 60,– €, dafür spart man 100 Kilometer Fahrt über Landstraße sowie das Grenzprozedere in Bosnien Herzegowina. Vier Stunden benötigen wir zu den Plitvicer Seen, die Autobahngebühr für die Strecke beträgt ungefähr 27,– €.

Das Camp Korana, das wir uns ausgeguckt haben, liegt sieben Kilometer vom Eingang 1 zu den Plivicer Seen entfernt. Es ist mit 500 Stellplätzen ziemlich groß und normalerweise kein Ort, den wir ansteuern würden. Von diesem Campingplatz sind wir jedoch überrascht, da er naturbelassen angelegt und die Größe kaum zu spüren ist. Das liegt natürlich auch daran, dass die beiden äußeren Teile des Platzes mangels Gästen gar nicht geöffnet sind.

Wir finden einen aussichtsreichen Stellplatz mit ganz viel Natur um uns herum – das hatten wir bei einem solch großen Camp an einem touristischen Hotspot kaum erwartet.

Ein kleiner Spaziergang nach der langen Autofahrt muss natürlich sein; unten am Korana Flüsschen, in dem kleine Wasserfälle plätschern, sichten wir Wasseramseln und Stieglitze.

17. Juni 2021 – Plitvicer Seen

Um vom Korana Camp zum Eingang des Plitvicer Seen Nationalparks zu gelangen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Platz bietet einen kostenlosen Shuttle an (9 Uhr hin, 17 Uhr zurück). Wem die 17 Uhr Zeit zu früh ist, der kann am Parkausgang ein Taxi zurück ins Camp nehmen. Mit dem Fahrrad auf der stark frequentierten Straße zum Parkeingang zu fahren, halten wir für keine gute Idee. Dritte Option ist, man fährt mit dem eigenen Wohnmobil. Die Parkplätze sind groß genug und die Tagesparkgebühr beträgt 100 Kuna. Letztere Variante wählen wir, da wir zeitlich unabhängig sein wollen.

Mit seiner außergewöhnlichen natürlichen Schönheit haben die Plivicer Seen schon immer Naturfreunde aus aller Welt angelockt.

Der Park wurde 1949 zum ersten Nationalpark Kroatiens erklärt. Die Wasserläufe bestehen aus sechzehn kaskadenförmig angeordneten Seen. Es stehen sieben Vorschläge zur Besichtigung des Parks zur Verfügung, wir entscheiden uns für die 18 Kilometer lange Variante „K“, wobei wir die Strecke durch Fahrten mit dem Boot verkürzen wollen.

Für Plitvicer Verhältnisse ist es derzeit im Park richtig leer, was man spätestens an den spärlich gefüllten Parkplätzen sehen kann. Dennoch nehmen die Touristenströme in der zweiten Junihälfte auch hier langsam wieder zu, da in ganz Europa die Inzidenzwerte sinken und die Reiselust der Menschen Fahrt aufnimmt.

Mit dem Elektroboot fahren wir von Anleger P 3 nach P 2 zum Ausgangspunkt an den oberen Seen. Das türkisfarbene und glasklare Wasser in Plitvice ist immer wieder atemberaubend schön. Die Wanderroute führt durch einen Buchenwald, hier gibt es auch zwei Aussichtspunkte, von denen man die Seenlandschaft von oben betrachten kann.

Über Stege laufen wir zurück zum Bootsanleger P 2 – unterwegs können immer wieder große und kleine Wasserfälle, die sich in die darunterliegenden Seen ergießen, bewundert werden. Gerade bei den oberen Seen sind für Fotografen, die ein Stativ einsetzen wollen, die Aufnahmen eine echte Challenge. Die Stege sind aufgrund der Vielzahl an Besuchern kaum einmal vibrationsfrei, so dass an Langzeitbelichtungen mit Graufiltern kaum zu denken ist.

Auch an den Plitvicer Seen gibt es unzählige Libellen. Gerade werben die männlichen Blauflügel-Prachtlibellen um die Gunst der Weibchen. Beim Paarungsakt bilden sie mit ihren Leibern ein herzförmiges Rad. Das Weibchen sticht die befruchteten Eier dann später in die Blätter von Wasserpflanzen hinein.

Wir sind vom Laufen inzwischen müde und fahren mit dem Elektroboot zurück – immerhin haben wir eine Wanderroute von zwölf Kilometern hinter uns gebracht. Ein ganzer Tag im Park ist für unseren Geschmack vollkommen ausreichend, um die unteren und oberen Fälle abzulaufen, wenn man zumindest teilweise die angebotenen Beförderungsmittel in Anspruch nimmt. Auch hier ist die Empfehlung, möglichst früh zu starten. Öffnungszeiten sind von 7 – 19 Uhr.

Ein Wort noch zum häufig angestellten Vergleich zwischen Krka und Plitvicer Seen: Wir haben Krka als mindestens ebenso außergewöhnlich empfunden. Aus fotografischer Sicht gefiel uns Krka vielleicht sogar noch einen Tick besser, vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir schon einige Male an den Plitvicer Seen gewesen sind und in Krka eben nicht.

Unser abendliches Dinner im Restaurant des Campingplatzes bedarf keiner Erwähnung – man sollte sich an diesem Ort doch lieber selbst verpflegen!

Stellplatzbewertung Kamp Korana

Ort: Plitvicer Seen

Koordinaten: 44.950773, 15.641976

Art des Stellplatzes: Campingplatz

Kosten: 38,– €

Verfügbar: Strom, Wasser, Dusche, WC, Entsorgung

Nicht verfügbar: —

Bewertung Lage: 1

Bewertung Ruhe: 2 (Landstraße in Hörweite)

Bewertung Sanitäranlagen: 1-2

Mobilfunknetz/W-Lan: LTE

Sonstiges: Restaurant und Shop, Shuttle Service zum Parkeingang

Galerie

2 Comments

  • Beate

    Mit Begeisterung lese ich eure Kroatien Reise. Wir Neucamper ohne Kinder, 60 Jahre, wollen genau solche Touren machen.
    So schreibe ich fleißig das mit, was uns interessiert und lasse weg, was nicht geht, wie z.b Wanderungen u lange Fahrradtouren.
    Toll, bitte weiter so, für Anfänger schöne Inspiration.

    • Heidrun

      Vielen Dank für Ihre wunderschönen Bilder. Sehr gerne verfolge ich Ihre Reisen, immer wieder😉. Wir waren Mai 2020 bei den Plitvicer Seen. Haben auch die 18 km Runde gemacht. Da Boot und Bus coronabedingt nicht fuhren, sind wir alles gelaufen. Es war ein einmaliges Erlebnis, menschenleer diesen Park zu erleben.
      Wünsche Ihnen noch einen schönen Urlaub und eine gute Heimreise.

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