Krka

7. Juni 2021 – Krka

Die Wetterprognosen machen uns einen Strich durch die Rechnung. Für unser heutiges Ziel Krka ist unbeständiges, regnerisches Wetter, mit Gewitterneigung angesagt. Dennoch beschließen wir, schon einmal in Richtung Krka zu fahren. Das Auto Kamp Skradin – Skorici liegt etwas oberhalb des Ausgangspunktes zu den Krka Fällen. Es ist hervorragend ausgestattet, sehr viel ruhiger als das Skradinske delicije Camp unten an der Landstraße. Es gibt sogar einen Pool, der von den Gästen genutzt werden kann. Besitzer Pero schraubt gerade an einem alten Feuerwehrauto, das er zu einem Camper ausbauen möchte. Er rät uns, erst morgen in aller Ruhe Krka zu besuchen, und diese Empfehlung stellt sich auch als goldrichtig heraus, da es am Nachmittag, wie vorhergesagt, Bindfäden regnet!

Er bietet uns an, abends ein Dinner im neu eröffneten Restaurant des Platzes, der Mala Konoba, zu kredenzen. Sein Schwiegersohn, ein ausgebildeter Koch, der bereits in renommierten europäischen Restaurants gearbeitet hat, sei der Chef der Konoba, wir werden somit nahezu die ersten Gäste sein. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und stimmen begeistert zu. Wir können wählen zwischen Fisch- und Fleischmenü.Der Regen stoppt unseren Unternehmungsdrang, so dass wir uns ins Womo zurückziehen, die Fortsetzung unserer Reise planen und unseren Kroatien-Reisebericht weiterschreiben. Erst gegen Abend verziehen sich die dunklen Wolken, und wir laufen noch einmal den Berg hinab zum Hafen von Skradin. Die Mole ist „zugeparkt“ mit großen Yachten, auch Milliardär Abramovich soll hier mit seiner Super-Yacht schon Station gemacht haben! Der Rückweg bringt uns ganz schön ins Schwitzen, er dauert zwar lediglich zwanzig Minuten, jedoch ist das Sträßchen hinauf zum Camp steil.

Ohne große Erwartungen betreten wir abends die lauschige Konoba bei jazziger Lounge-Musik. Wir bekommen ein großartiges Fünfgang-Menü vorgesetzt, das sich vor einem etablierten Sterne-Lokal nicht zu verstecken braucht, kleine Appetizer zwischendurch und das hauseigene Olivenöl werden zusätzlich serviert. Dazu bestellen wir einen hervorragenden weißen Marastina Wein vom Weingut Sladic ganz in der Nähe. Marastina ist eine autochtone Rebsorte, also eine einheimische, alteingesessene Rebsorte, die nur in einem ganz bestimmten Anbaugebiet beheimatet ist. In diesem Fall ist es ein kleines Gebiet in Kroatien inklusive ein paar Inseln. Wir sind von dem uns gebotenen Gaumenschmaus derartig begeistert, dass wir für den morgigen Abend gleich noch einmal ein Menü ordern. Der Preis für das Menü ist übrigens gerade einmal 35,– € – ein mehr als fairer Preis!

8. Juni 2021 – Krka

Pero fährt uns morgens zum Fährhafen von Skradin, wo wir im Informationscenter die Tickets für den Krka Nationalpark erwerben (200 Kuna, die Preise variieren je nach Saison ganz erheblich; in der Nebensaison von November bis März kostet der Eintritt lediglich 30 Kuna). Zur vollen Stunde starten die Boote ab Skradin, die zwanzigminütige Fahrt zum Skradinski buk Wasserfall ist im Eintrittspreis enthalten.

Der Nationalpark Krka umfasst den größten Teil des gleichnamigen Flusses inklusive der Uferregion auf einer Fläche von insgesamt 109 km². Hauptttraktionen des Nationalparks sind die sieben Wasserfälle, die größten und schönsten Wasserfälle sind der Skradinski buk und Roški slap.

Unser Tipp zum Besuch des Krka Nationalparks

Man benötigt einen ganzen Tag, um den Krka Nationalpark zu erkunden und man sollte möglichst früh morgens mit dem Besuch starten. Ab Skradin fährt das Boot in zwanzig Minuten zum Eingang des Parks ab 8 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Wir empfehlen nach einem kurzen Foto-Stopp beim Skradinski buk Wasserfall auf direktem Weg zum Anleger hinter dem Wasserfall zu wandern und mit dem Boot zuerst die vierstündige Tour zum Kloster Visovac (mit einer halben Stunde Aufenthalt) und zum Roški slap Wasserfall (mit 1,5 Stunden Aufenthalt) zu machen. Das Bootsticket kostet 130 Kuna, wer möchte, kann auch eine private Tour mit einem zusätzlichen Aufschlag buchen, was sich aus unserer Sicht aber nicht lohnt. Bereits am Park-Eingang sollte man sich nach den Abfahrtszeiten erkundigen, um Wsrtezeiten zu vermeiden! Achtung: 400 Meter vor dem Anleger kurz hinter der kleinen Bushaltestelle muss das Ticket für die Bootsfahrt beim Informationscounter erworben werden, am Bootsanleger selbst gibt es keinen Ticketverkauf! Nach Rückkehr von der Bootstour kann man nachmittags die Rundwanderwege über Holzstege im Gebiet rund um Skadrinski buk machen. Zu dieser Zeit ist es hier viel leerer und man hat beim Wasserfall besseres Licht zum fotografieren!

Wir wenden uns zunächst dem Skradinski buk Wasserfall zu, den man von einem Holzsteg aus am besten fotografieren kann. Da wir Wasserfälle gerne mit Langzeitbelichtung fotografieren, kann der Standort des Stativs auf dem Holzsteg durchaus problematisch sein. Andere über den Steg laufende Besucher lösen Vibrationen aus, die dann zu Verwacklungen auf den Bildern führen können. Da es derzeit in Krka nicht so voll ist wie sonst, haben wir allerdings bei den Aufnahmen wenig Probleme. Seit Ende der Saison 2020 ist das Baden am Wasserfall glücklicherweise nicht mehr erlaubt, das dient in erster Linie dazu, die einzigartige Wasserlandschaft für die heimischen Tiere und Pflanzen zu erhalten.

Über einen Rundweg auf Holzstegen erkunden wir die unzähligen kleinen Seen, die kaskadenförmig über Travertinbarrieren ineinander überfließen. Es herrscht bei den heutigen Temperaturen eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine Atmosphäre fast wie im Regenwald, auch wenn das fließende Wasser zur Luftabkühlung beiträgt. Ringsum schwirren bunt schillernde Libellen, quaken Frösche, singen Vögel.

Es gibt auch einen weiteren tollen Aussichtspunkt, von dem das ganze Ensemble des Skradinski buk Wasserfalls in Gänze aus der Vogelperspektive bewundert werden kann.

Für die vierstündige Bootstour zum Roški slap Wasserfall, laufen wir hinunter zum Anleger und werden von einem ziemlich unfreundlichen Parkmitarbeiter aufgeklärt, es gäbe am Anleger keinen Ticketverkauf, nur am Informationscounter 400 Meter zurück. Das System mit Private- und Public Boats ist vollkommen undurchsichtig und niemand von den Parkmitarbeitern ist in der Lage, verlässliche Informationen zu erteilen, das gilt insbesondere auch bezüglich der Abfahrtszeiten. Genervt laufen wir zurück zum Informationscounter, wo man uns erklärt, das nächste Boot ginge erst in 1,5 Stunden. Ein Schweizer Paar, das wir auf unserem Campingplatz kennengelernt haben und am Anleger treffen, hat oben am Info-Counter ein anderes zusätzliches Ticket für ein Private Boat gebucht und bietet uns an, auf ihrem Boot mitzufahren – dieses lehnt der Bootsführer allerdings ohne Begründung ab. Wir ärgern uns eine Weile über dieses völlig wirre, unsinnige System, fügen uns dann aber in unser „Schicksal“.

Nach fast anderthalbstündiger Wartezeit geht es endlich los. Der erste Teil der Bootstour über den Fluss Krka führt zur ungefähr einen Hektar großen Klosterinsel Visovac. Das Kloster wurde bereits im 14. Jahrhundert gegründet, heute leben hier noch drei Franziskanermönche und vier Novizen. Während des halbstündigen Aufenthaltes bekommen wir eine sehr interessante Führung über die friedvolle Insel inklusive der Klosterkirche.

Bis zum Roški slap Wasserfall ist es jetzt noch einmal ungefähr eine halbe Stunde. Dieser Abschnitt ist sehr viel interessanter, zumal er zunächst durch einen engen Canyon führt und das Boot auf dem Viscovac See den imposanten Wasserfall passiert.

Über einen Rundweg kann das ganze Gebiet erkundet werden, dazu hat man anderthalb Stunden Zeit. Wer mag, kann die über 500 Stufen zur Ozidana Höhle hinaufsteigen, wir beschränken uns auf ungefähr die Hälfte, um Panoramafotos auf den Krka bei Rosky Slap schießen zu können.

Der Fluss fließt hier gemächlich über flache überwachsene Travertinbarrieren, die sich über die gesamte Flussbreite von bis zu 450 Metern erstrecken, stromabwärts. Schließlich mündet er im Roški slap Wasserfall, der sich wiederum in den Viscovac See ergießt.

Auf dem Rückweg schippert uns das Boot ohne Zwischenstopp in fünfzig Minuten zurück zum Ausgangspunkt. Noch einmal genießen wir die unfassbare Schönheit des einzigartigen Wasserbiotops bei Skradinski buk. Nachmittags geht es hier sehr viel ruhiger zu, keine Reisegruppe und auch keine Schulklasse, die von ihren „Anführern“ im Gänsemarsch über die Stege getrieben werden. Wir erreichen das Boot und fahren zurück nach Skradin, wo wir Pero anrufen, der uns von Hafen abholt.

Am Abend lassen wir uns noch einmal von den Kochkünsten von Peros Schwiegersohn im Mala Konoba auf der Campsite verwöhnen und sind von dem Menü ebenso begeistert wie am Tag zuvor. Da wir dieses Mal das „Fleisch-Menü“ bestellt haben, erhalten wir im Hauptgang ein leckeres Stück vom Kalb, unfassbar zart, mit einer knusprigen Kruste. Einfach nur lecker!

Stellplatzbewertung Auto Kamp Skradin – Skorici

Ort: Skradin / Krka

Koordinaten: 43.825172, 15.911316

Art des Stellplatzes: Mini-Campingplatz

Kosten: 27,– €

Verfügbar: Strom, Wasser, Dusche, WC, Entsorgung

Nicht verfügbar: —

Bewertung Lage: 1-2

Bewertung Ruhe: 1-2

Bewertung Sanitäranlagen: 2

Mobilfunknetz/W-Lan: kostenloses W-Lan / LTE

Sonstiges: Swimming-Pool, hervorragendes Restaurant, kostenloser Shuttle-Service zum Hafen von Skradrin

9. Juni 2021 – Von Krka zur Insel Peljesac

Nachdem wir uns von Pero verabschiedet und noch einen Liter von seinem Olivenöl erworben haben, fahren wir in die nahe Weingegend zum Weingut Sladic im kleinen Kaff Plastovo. Wir haben uns zu einer Weinprobe angemeldet. Inhaber Ante spricht leider so gut wie kein Englisch, aber eine Weinprobe mit Händen und Füßen bekommen wir schon hin. Wir entscheiden uns letztlich für jeweils eine Kiste des leckeren Rosé Weins aus Plavina Trauben sowie des Marastinas, den wir ja in der Mala Konoba bereits für ausgezeichnet befunden haben. Die Rotweine des Weingutes überzeugen uns indes nicht.

Galerie

4 Comments

  • Uwe Rößler

    Sind gerade auf euren Spuren in Kroatien unterwegs. Stehen in Skradin zufällig auf dem selben Platz wie ihr. Auch bekommen wir heute das 5 Gang Menü einmal mit Fisch und einmal mit Fleisch. Vielen lieben Dank für den tollen Tipp – werden auch weiterhin auf euren Spuren bleiben!

  • Hermann Kinateder

    Hallo Ihr Zwei,
    tolle Fotos und tolle Beschreibungen dazu. Haben selber bereits ein paar mal die gleichen Plätze angesteuert.
    Ihr scheint auf der gleichen Welle zu reiten wie wir. Auch wir mögen keinen Rummel, … und einen Knaus haben wir auch! Auf der Insel Peljesak unbedingt den Sv. Ilja besteigen. Auf der Nordseite liegt das Camp Divna, zwar ohne Comfort aber dafür einsam und ruhig mit tollem wildem Strand. Viele Camper Grüße, und noch viele, ruhige und erlebnisreiche Tage in Kroatien.
    Wir werden am Freitag starten.
    Hermann Kinateder

    • Wehr-Reinhold.de

      Hallo Hermann, hatten das Divna Camp tatsächlich auch in der Auswahl, sind dann aber im Kamp Lupis in Loviste gelandet. Euch auch viel Spaß bei eurer Tour!

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