Galapgos Cruise – South Plaza & Santa Fe

07. Mai 2018 – South Plaza Island und Santa Fe Island
In der Nacht sind wir noch einige Seemeilen zu unserer heutigen Destination weitergefahren. Das Meer war sehr unruhig und hat uns kräftig durchgeschüttelt. Umso erstaunlicher, dass wir nach wie vor keinerlei Anzeichen von Seekrankheit zeigen. Wir nehmen noch immer keinerlei Medikamente, sondern tragen bei Nacht lediglich unser Sea-Band*. Ich kann so gut schlafen, wie ich es ansonsten nicht gewohnt bin!

Die Plaza Inseln sind Zwillingsinseln, die nur wenige hundert Meter voneinander entfernt liegen. Auf beiden Inseln befindet sich eine exakt identische Flora und Fauna, allerdings ist derzeit nur South Plaza für den Besucherverkehr geöffnet. Die Plazas sind nicht durch vulkanische Eruption entstanden sondern durch Anhebung des Meeresbodens.

Auf South Plaza Island haben wir eine „Dry-Landing“. Die Insel ist bewachsen mit endemischen Kakteen (Giant Prickly Pear Cactus) und rotgefärbten Sesuvien, eine Pflanze mit wasserspeichernden, dickfleischigen Blättern, die sich in der Trockenzeit rot verfärben und dadurch die gesamte Insel einfärben.

South Plaza ist eine Insel der Seelöwen, überall sind auch niedliche Jungtiere anzutreffen. Man weiß kaum, wohin man seine Kamera zuerst ausrichten soll. Wir wenden uns heute eher den Land- und auch Marine-Iguanas zu, von denen hier jeweils eine große Population lebt. Als die Iguanas vor Hundertausenden von Jahren auf den Galapagos Inseln eintrafen, fanden sie nichts weiter vor als unwirtliches Lava-Gestein mit minimalem kargen Bewuchs, von dem sie sich nicht ernähren konnten. Im Meer gab es genug Nahrungsquellen, so dass die Iguanas den Weg ins Meer fanden, um dort Felsen von Algen abzugrasen.

Heutzutage unterscheiden sich die beiden Spezies in ihrem Aussehen deutlich. Land- und Meerechsen haben gemeinsame Vorfahren, beide Linien haben sich aber vor 4,5 Millionen Jahren getrennt. Während die Landechsen lebhaft gelb gefärbt sind, ist die Färbung der Marine-Iguanas gräulich-schwarz. Die dunkle Farbe hift ihnen dabei, sich nach Tauchgängen im kalten Meer in der Sonne schnell wieder aufzuwärmen. Der Schwanz ist eher länglich geformt, um sich im Wasser besser fortbewegen zu können, während die Schwänze der Landechsen eher rund geformt sind. Auch das Gebiss ist komplett anders aufgebaut. Land-Iguanas haben deutlich längere und kräftigere Zähne, mit denen sie die Nahrung an Land, zum Besipiel fleischige Kakteenblätter, besser verarbeiten können. Die Klauen sind ebenfalls der jeweiligen Lebensweise angepasst. Während Landechsen mit ihren Klauen Kakteen erklimmen müssen, geht es bei den Marine-Iguanas um das Fortbewegen unter Wasser. Interessant ist, dass es auch Hybriden zwischen beiden Formen gibt, deren Merkmale genau zwischen den beiden Arten liegen.

Wir bestimmen auch einige Galapagos Finken, den Large Ground Finch, den Cactus Finch sowie den Yellow Warbler. Ebenso sichten wir einen endemischen Lava-Heron, der sich vor uns aufbaut und posiert.

An den Steilklippen nisten Tausende von Seevögeln. Dort werden wir Zeuge, wie ein Fregattvogel einem Nazca Boobie seine Beute im Flug abspenstig macht. Fregattvögel produzieren nicht in dem Maße Öl für ihr Gefieder, wie das bei anderen Wasservögeln der Fall ist. Wasser perlt nicht an ihrem Gefieder ab, was ihnen das Eintauchen ins Wasser unmöglich macht. Aus diesem Grund können Fregattvögel nicht im Meer nach Fischen jagen. Ins Wasser gefallene junge Fregattvögel können sogar sehr leicht ertrinken!

Lediglich siebzehn Seemeilen liegen zwischen den Plaza Inseln und Santa Fe, die wir nunmehr ansteuern. Die östlicher gelegenen Inseln sind die ältesten des Archipels, so auch Santa Fe, ein flaches Lava-Plateau und ebenfalls eine der unbewohnten Inseln. An dem kleinen Strand, an dem wir anlanden, liegen unzählige Seelöwen, auch sehr viele Babys, die permanent auf der Suche nach ihrer Mutter sind. Dabei watscheln sie auch auf unsere dunklen Schatten zu, da sie diese für Artgeneossen halten. Seelöwen können alle zwei Jahre ein Junges zur Welt bringen. Die vielen Seelöwen locken natürlich auch Haie in die Bucht, die auf einen kleinen Snack lauern. Ein großer Seelöwen-Bulle liegt im Wasser und hat seinen Harem offensichtlich gut unter Kontrolle. Er schmeißt den Kopf nach hinten und grunzt vor sich hin, als wolle er sagen, „… schaut her, ich bin der Größte und Schönste“!

Wir wenden uns dem Inneren der Insel zu. Hier wachsen bis zu zehn Meter große Baumopuntien, die größten des gesamten Archipels, teilweise 40 bis 60 Jahre alt. Die Kakteen können zwei Jahre ohne einen Tropfen Wasser auskommen. Ihr Inneres ist schwammartig und kann sehr viel Wasser speichern. Eine Vielzahl der Baumkakteen ist bei dem El Niño in den 60er Jahren zu Grunde gegangen, weil eine große Menge Regen zum Aufblähen der Bäume geführt hat, die dann praktisch an ihrer eigenen Last in sich zusammengefallen sind.

Die hier vorkommenden endemischen Land-Leguane können bis zu 1,50 Meter groß werden und sind ausschließlich auf Santa Fe anzutreffen! Sie sind sehr viel heller gelb gefärbt als alle anderen Galapagos Leguane und haben einen deutlich kräftigeren Rückenkamm. Wir beobachten ein Exemplar, wie es genüsslich Blüten verspeist.

An der nächsten Ecke warte bereits ein bunter Grashüpfer auf uns. Und so gibt es auf der gesamten Insel eine ganze Menge wundersamer Dinge zu entdecken.

Die skurrilen Baumkakteen sorgen in Kombination mit der türkisfarbenen Bucht für ein malerisches Panorama. Es ist ein Jammer, dass wir nicht in dieser wundervollen Bucht schnorcheln können! Im glasklaren Wasser tummeln sich Seelöwen und natürlich auch Haie. So scannen wir zumindest die Bucht vom Panga aus ab und versuchen Schnappschüsse von den luftholenden Meeresschildkröten zu schießen.

Das anschließende Anlanden auf der Fragata ist nicht so ganz einfach, da die Pangas von den hohen Wellen auf und ab geschleudert werden. Schließlich gelangen aber alle Passagiere unversehrt auf der Yacht an.

Durch die unruhige See verabschiedet sich die Hälfte der Gruppe wegen Seekrankheit beim Abendessen – uns geht es nach wie vor ausgesprochen gut, und wir sitzen später noch eine Weile auf dem Oberdeck bei einem Sundowner und bewundern nach Sonnenutergang den phantastischen Sternenhimmel mit einer gut sichtbaren Milchstraße, während am Horizont die Lichter von Puerto Barquerizo Moreno, dem Hauptort von San Christobal, an uns vorbeiziehen.

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