West Coast National Park

5. September 2019 – Hannover – Kapstadt
Ankunft in Südafrika

Unsere KLM-Flüge sind, wie wir es von dieser Fluggesellschaft nicht anders gewohnt sind, auf die Minute pünktlich und aufgrund der gebuchten Emergency-Seats auch äußerst komfortabel. Erstmals haben wir keinen Nachtflug gebucht und können so die karge, von Trockenflüssen durchzogene Wüstenlandschaft Nordafrikas aus der Vogelperspektive erleben. Wir erreichen Kapstadt am späten Abend, holen am Avis-Büro unseren Mietwagen ab, einen Toyota Avanca, und fahren zum Hotel Verde, unmittelbar am Flughafen gelegen, wo wir eine Zwischenübernachtung eingeplant haben. Wenn es irgendwie möglich ist, vermeiden wir Nachfahrten in Afrika. An der Hotelbar stoßen wir standesgemäß mit einem Gläschen südafrikanischen Pinotage auf die bevorstehenden drei Wochen und das Afrika-Debüt unserer beiden Mitreisenden an!

6. September 2019 – Kapstadt – Paternoster
Berauschende Wildblumenblüte


Bereits um kurz nach 7.00 Uhr morgens befinden wir uns auf der Piste in Richtung West Coast National Park, da wir beschließen, nicht im Hotel, sondern im Park zu frühstücken. Die Straßen um Kapstadt sind während des Berufsverkehrs gewohnt überfüllt, dennoch gelangen wir ohne größere Staus zügig zum Bloubergstrand, wo wir einen ersten Traumblick auf den Tafelberg erhaschen.

Der West Coast National Park ist von August bis September zur Wildblumenblüte zumeist deutlich stärker frequentiert als zu anderen Zeiten im Jahr. So sind wir hocherfreut, dass sich vor dem Gate bei der Registrierung kein längerer Stau bildet. Wir haben bei Sanparks Wild Cards gebucht, die uns freien Eintritt in den südafrikanischen Nationalparks für ein ganzes Jahr gewähren (4.530 Rand für Ehepaare). Normalerweise kann man Wild Cards auch an den Gates erwerben, im West Coast NP jedoch nicht zur Wildblumenblüte im August und September. Die Investition lohnt sich, wenn man sich ungefähr fünf bis sechs Tage in den angeschlossenen Nationalparks aufhält.

Wir wenden uns zunächst dem Geelbek-Informationszentrum zu, das im kapholländischen Stil erbaut ist. Im hübsch angelegten Garten frühstücken wir in aller Ruhe, während Heerscharen von knallgelben männlichen Kapwebern (Cape Weaver) damit beschäftigt sind, ihre filigranen kugelförmigen Nester in den Schatten spendenden Bäumen zu konstruieren. Es ist Balzzeit und wir beobachten ein ums andere Mal, wie Weibchen die Bauwerke genauestens inspizieren. Die Männchen umschwirren dann ganz aufgeregt ihr Nest, als wollten sie ihre Herzensdame endgültig von ihrer Wahl überzeugen! Die Weibchen sind erst paarungsbereit, wenn ihnen das Werk eines ihrer Auserwählten gefällt. Es kommt sogar vor, dass die Weibchen bei Nichtgefallen die Aufhängung der Nester durchtrennen und die bedauernswerten Männchen dann wieder ganz von vorne mit dem Nestbau beginnen müssen.

Zahlreiche weitere Vögel bevölkern das Gebiet rund um das Informationszentrum,  Fiskalwürger, Fleckenprinien und Kapfrankoline und erklären unseren beiden „Afrika-Neulingen“ einige markante Geräusche wie zum Beispiel der Kap-Turteltaube, auch aufgrund ihres unaufhörlichen Rufs im Volksmund auch „Work Harder Taube“ genannt.

Ganz gemächlich saugen wie bei unserem ersten Gamedrive die friedliche Stimmung im Park auf und erfreuen uns an dem bunten Blütenmeer des Parks. Alsbald sichten wir erste Strauße, Buntbock-Antilopen und Zebras. Rot gekennzeichnete Heuschrecken wärmen sich ebenso wie Schildkröten auf dem aufgeheizten Asphalt auf. Auch bekommen wir einige Vögel vor die Linse, wie zum Beispiel knallgelbe Bokmakieries oder Heilige Ibisse (Sacred Ibis), die im Wilblütenmeer umherstaksen.

Die Postberg Section ist nur während der Wildblumenblüte geöffnet, damit sich die Natur in der restlichen Zeit des Jahres von dem Ansturm der Touristen erholen kann. Hier geht die Asphaltstraße in eine Schotterpiste über. Überall liegt ein betörend würziger Duft von Wildkräutern in der Luft. In Plankiesbaai befindet sich eine Picknick-Area und endlich können auch wir einen kleinen Fußmarsch inmitten der bunt blühenden Wildblumen unternehmen (ansonsten ist das Aussteigen auf den Wegen untersagt!). Ein kleiner Pfad führt hinauf auf einen Hügel, von dem aus sich das in größerer Entfernung und im Dunst liegende Panorama des Tafelbergs eröffnet. Natürlich gibt es im West Coast Park keine flächendeckenden Blütenteppiche wie im Namxakwaland, dennoch ist der Fußweg durch die Blumen beeindruckend und wunderschön.

Unser nächster Stopp gilt einem weiteren Picknickspot, dem Uitkyk, der von seichten Felsformationen umgeben ist. Man kann hier durch die Felsen klettern und in die türkisschimmernde Lagune von Langebaan hinabschauen.

Die Zeit in dieser grandiosen Landschaft vergeht wie im Fluge – überall gibt es etwas zu entdecken. Wir müssen uns allmählich auf den Weg nach Paternoster machen, nicht jedoch ohne noch einmal in Gelbeek zum Bird-Hide zu fahren. Ein Holzsteg führt durch die bunten Salzwiesen, in denen allerlei Wasservögel nach Nahrung picken. Wir sichten Stelzenläufer, Gelbschnabelenten, Säbelschnäbler, Hadeda-Ibisse und viele mehr. Natürlich sind In der Lagune Flamingos die Hauptattraktion, die von den Hides aus nächster Nähe beobachtet werden können.

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