Kruger Nationalparc – Tamboti Camp

Wir haben eine längere Fahrt in Richtung Süden vor uns und wenden uns zunächst der Hauptroute durch den Kruger Park, der H1-6, zu. Am Middelvlei Wasserloch haben wir endlich unsere erste Löwensichtung. Ein ganzes Rudel hat sich unter einem Busch zur Ruhe gelegt. Fünf Löwinnen blicken neugierig in unsere Richtung, während sich der Pascha nicht von der Stelle, direkt hinter einem Busch, rührt. Wir beobachten eine Zeitlang das Geschehen, jedoch sind ruhende Löwen nicht gerade das „Unterhaltungsprogramm Nummer 1“!

Auf der Brücke über den Letaba darf man sein Fahrzeug verlassen und auf das breite Flusstal schauen. Genau diese Ausblicke auf die afrikanische Savanne mit viel Weite lieben wir so sehr. Das Flussbett ist voll von Algen, die in der Sonne in den unterschiedlichsten Farben schimmern. Wasserböcke, Impalas und andere Antilopen grasen genüsslich in der Nähe des Flussbetts.

Die S 47 entlang des Flusses ist landschaftlich wunderschön. Wir treffen auf zahlreiche Giraffen am Wegesrand, die sich durch unser vorbeifahrendes Fahrzeug überhaupt nicht stören lassen und Büsche und Bäume unbeeindruckt von Blättern „befreien“. Der markante Ruf von Wiedehopfen ist überall zu hören und schließlich sichten wir auch einige Exemplare.

Riesige Schwärme von gefräßigen Blutschnabelwebern (Red-billed Quelea) verdunkeln den Himmel geradezu und fressen sämtliche Samen der Savanne, die ihnen vor die gierigen Schnäbel geraten. Blutschnabelweber zählen zu den meist verbreiteten Vögeln weltweit – der Bestand wird auf rund 1,5 Milliarden Exemplare geschätzt!

Wir entdecken „Flusspferde im Salat“, leider kommen wir nicht an das Flussufer heran, um bessere Fotos von der Szenerie schießen zu können.

m Olifants Camp, das fast schon an der Grenze zu Mozambique liegt, legen wir eine Mittagspause ein. Das Camp ist wunderschön gelegen oberhalb des Olifant Rivers, ist allerdings auch recht groß uns trubelig.

Ein weiterer schöner Aussichtspunkt befindet sich auf der Brücke über den Olifants River an der H 1-4. Im sattgrünen Tal labt sich eine riesige Elefantenherde am frischen Wasser und den saftigen Wiesen. Ein Schreiseeadler (Fish-Eagle) hat sich in Ermangelung eines erhabenen Aussichtspunktes am Fluss auf einer Insel niedergelassen und späht ins Flussbett, um Beute zu machen.

Letzter Höhepunkt am Wegesrand ist ein schöner Gaukler (Bateleur), der sich auf einem toten Baum niedergelassen hat und die Steppe nach Beutetieren absucht. Wir haben zwei Luxury Tents im Tamboti Camp reserviert. Der Check-In erfolgt im Orpen Camp. Die Sanparks Angestellte weist ausdrücklich darauf hin, dass Tamboti ein Pavian-, Meerkatzen- und Honeybadger Problem hat – das werden wir später noch hautnah erleben! Wir bekommen die Zelte 36 und 37 zugewiesen, für unseren Geschmack die am besten gelegenen im gesamten Camp. Alle Luxury Tents liegen am derzeit ausgetrockneten Timbavati River und sind hervorragend ausgestattet. Es gibt eine Außenküche, einen großen Kühlschrank und ein Bad mit einer guten Dusche. Von der Plattform vor dem Zelt kann man direkt auf das Flussbett schauen.

23. September 2019 – Kruger Park
Wütende Paviane

Die Paviane haben in der Nacht richtig gewütet und unseren Mülleimer durchwühlt. Dabei haben wir die Türen mit einem Spanngurt gesichert, was dazu geführt hat, dass sie die Tür einfach aus den Angeln gerissen haben – Paviane haben nun einmal eine unbändige Kraft! Der Müll liegt verstreut über die gesamte Terrasse. Selbst vor einer Tüte mit scharfem Curry-Gewürz haben sie nicht halt gemacht. Der betroffene Pavian sollte heute sicher eine schmerzhafte Verdauung haben! Erst später entdecken wir die gesicherten Müllcontainer auf der Rückseite des Zeltes. Hier hätten wir abends den Müll entsorgen sollen, dann wäre nichts passiert. Das Verhalten der Paviane ist auch an dieser Stelle domestiziert, denn in der Wildnis würden sie sich nie nachts von ihrem Schlafbaum herunter trauen. Hier allerdings wissen sie genau, dass das Camp durch den Elektrozaun gesichert ist, so dass ihnen keine Gefahr durch Raubtiere droht

Unser Morning Gamedrive beginnt spektakulär. Soeben hat ein Raubadler (Tawny Eagle) ein Guinea Fowl Huhn geschlagen und zeigt nun seinem Nachwuchs, wie man das Huhn fachgerecht zerlegt. Die restliche Hühnerschar versucht noch ihrem Kumpel zu Hilfe zu kommen und umkreist laut gackernd die beiden Adler, jedoch ist es natürlich längst um das bedauernswerte Huhn geschehen.

Ohne große Zwischenfälle befahren wir die H 7 bis zur Einmündung in die S 36. Eine ganze Weile beobachten wir das Treiben am Rockvalle Wasserloch, Zebras, Gnus und Büffel kommen zum Trinken. Später am Shimangwaneni Damm ist nicht besonders viel los, so dass wir über das Talamati-Camp zurück nach Tamboti fahren, um vor unserem Zelt zu frühstücken. Später erfahren wir, dass auf der H 7 heute Morgen jede Menge Löwen gesichtet worden sind. Aber so ist es mit Gamedrives: Manchmal ist man zur rechten Zeit am richtigen Platz und manchmal eben nicht!

Tamboti ist ein Paradies für Birder! Am frühen Nachmittag mache ich eine einstündige Birding-Tour im Camp und bin begeistert, welch tolle Vögel man hier entdecken kann. Neben dem wunderschönen Paradise-Flycatcher, den ich mehrfach sichte aber nicht fotografieren kann, laben sich bunte Vögel wie Orangewürger, Glanzstare oder Sunbirds in den gerade erblühenden Büschen und Bäumen.

Wir haben uns vorgenommen, unseren heutigen Sundowner während des abendlichen Gamedrive am Shimangwaneni Damm zu genießen. Die Szenerie unterscheidet sich kaum von heute Morgen: Noch immer dümpelt das Hippo im Schlamm und auch der Sattelstorch, die Waffenkiebitze und ein Graureiher sind noch immer damit beschäftigt, am Wasserloch nach Futter Ausschau zu halten.

Abends erhalten wir beim Braai wieder Besuch von einer Ginsterkatze, die sich im Gebälk unseres Zeltes niederlässt und vergeblich auf Fütterung hofft. Wir laben uns derweil an Steaks und Salat.

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