Kruger Nationalparc – Lower Sabie Camp

4. September 2019 – Kruger Park
Erfolglose Löwen-Jagd

Wir verzichten auf das Frühstück im Camp und machen uns anstatt dessen früh auf den Weg in unser nächstes Camp. Auf der A 7 haben wir gleich zwei Sichtungen aus den „Big Bird 6“, fünf Hornraben (Southern Ground-Hornbill), die mit 1,10 Meter eine beeindruckende Größe erreichen und als stark gefährdet gelten.

Im Satara-Camp wird erst einmal ordentlich gefrühstückt, nicht ohne anschließend eine kurze, aber interessante Birding-Tour durch den Garten zu machen.

Ein Schreiseeadler Pärchen (Fish-Eagle) macht am Mazithi Dam Jagd auf Fische im kläglichen Rest des Stausees. Auch hier sind viele Vögel zu entdecken.

Der weitere Weg bis Lower Sabie ist sehr ereignisreich, viele riesige Elefantenherden mit entzückenden winzigen „Dumbo-Babys“ sind am Wegesrand zu sehen, die hier und da einen kurzen Ausflug wagen, ansonsten ihren Müttern aber nicht von der Seite weichen.

Am Nkumbe Aussichtspunkt können wir wieder einmal aus dem Auto aussteigen und uns die Füße vertreten. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick auf die Savanne.

Auf der H 10 haben wir kurz darauf die nächste Löwensichtung: Eine Löwin kommt gemächlichen Schrittes aus dem Busch, lässt sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören und läuft schnurstracks die Straße entlang, wo sich nach und nach ein Fahrzeug an das andere reiht.

Ein Ohrengeier labt sich am Wegesrand an einem toten Vogel, den er offenbar selbst geschlagen hat. Dieses Phänomen ist eher seltener zu beobachten, da Ohrengeier eigentlich Aas deutlich bevorzugen.

Kurz vor dem Camp kommt es zu einem natürlichen „Roadblock“! Eine Elefantenmutter grast am Straßenrand genüsslich an den Büschen und denkt überhaupt nicht daran, den wartenden Fahrzeugen Platz zu machen. Ein paar Unverbesserliche wagen das Risiko und mogeln sich an dem Dickhäuter vorbei. Zum Glück für die Ungeduldigen bleibt die Elefantendame völlig entspannt. Solch ein Manöver ist geradezu lebensgefährlich, zumal ein Jungtier in unmittelbarer Nähe steht. Nach einer halben Stunde hat die Elefantendame schließlich ein Einsehen und gibt die Straße frei.

Ich checke uns im Lower Sabie Camp ein, das auf den ersten Blick ziemlich touristisch und wenig einladend wirkt. Wir haben zwei Luxury Safari-Tents mit Riverview gebucht, die Nummern 27 und 28, die mit Abstand besten Zelte mit dem allerbesten Ausblick im gesamten Camp. Hier bekommt man vom ganzen Trubel nur wenig mit, da Tagesgästen der Weg über einen Steg zu den Zelten verwehrt bleibt. Die Safari-Tents sind nicht so heimelig wie die in Tamboti, dafür ist der Blick auf den Fluss und das Wildlife rund um die Lodge um so schöner. Ein Hippo grunzt schlecht gelaunt unten am Fluss, die buntesten Vögel umschwirren die Büsche rings um das Zelt. Wir haben uns kaum eingerichtet, da kommt am Fluss Bewegung auf. Eine Impala Herde flüchtet am anderen Flussufer, dicht gefolgt von einem Löwen-Männchen und seiner Gefährtin! Die Beiden erkennen ziemlich bald, dass ihre Jagd dieses Mal nicht erfolgreich sein wird. Viel zu schnell sind die Impalas, so dass die Löwen schließlich aufgeben müssen.

Ich begebe mich auf eine weitere spannende Birding Tour im Camp. Es gibt einen Holzsteg, von dem aus man hervorragend auf die Büsche hinabschauen kann. Unzählige Paradise Flycatcher schwirren durch die Bäume, dennoch ist es extrem schwierig, den unsteten Vogel vor die Linse zu bekommen. Direkt vor unserem Zelt zanken sich Brown-headed Parrots und kreischen sich die Seele aus dem Leib.

Am anderen Flussufer sind die beiden Löwen ständig zu hören, der Pascha markiert durch Gebrüll sein Revier und in weiter Entfernung antworten sein Gefolge. Am Abend erfolgt ein weiterer Angriff des männlichen Löwens auf Elefanten, jedoch vertreibt ein junger Halbstarker laut trompetend den gefährlichen Jäger, der sich ein zweites Mal in den Busch trollen muss. Der Rest der Herde schart sich um die verletzlichen Jungtiere, die unbekümmert ihren Weg fortsetzen. Sicher erkennen sie noch nicht die tödliche Gefahr, der sie permanent im Busch ausgesetzt sind, jedoch werden sie es schnell lernen müssen, um überleben zu können!

Lower Sabie verfügt über ein Mugg & Beans Restaurant mit typisch amerikanischem Food und Ambiente. In allen Ecken flimmert ein Sport-Channel mit englischem Fußball, auf der Speisekarte stehen Steaks, Burger & co. Das Ambiente direkt am Fluss ist dennoch toll und das Essen ist mehr als in Ordnung.

 

25. September 2019 – Kruger Park
Spannendes Busch-Braai

Um 4.45 Uhr ist Treffpunkt für unseren gebuchten Morning Walk. Petros und Lunga sind unsere Guides und fahren uns einige Kilometer aus dem Lower Sabie Camp in den Busch. Petros wird über Funk von einem Kollegen von einer Leopardensichtung informiert und gibt Gas. Wenige Minuten später treffen wir an der beschriebenen Stelle ein und sehen gerade noch, wie sich zwei Leoparden paaren – ein extrem seltenes Ereignis, da der Paarungsakt bei Leoparden nur einen Wimpernschlag dauert! Leider gelingen mir aufgrund des geringen Lichtes von diesem besonderen Augenblick nur verwackelte Fotos. Kurz darauf sind die Raubkatzen schon wieder auf der Jagd, denn eine Impala-Herde hat von der Anwesenheit der Raubkatzen noch nichts bemerkt. Der Angriff misslingt und alle Impalas können im dichten Busch entkommen.

An unserem Ausgangspunkt für unseren Walk bekommen wir erst einmal die übliche Einführung in die Sicherheitsbestimmungen. Beide Guides sind natürlich zu unserem Schutz bewaffnet. Wir passieren zunächst Giraffen, die deutlich wachsamer wirken, da wir zu Fuß unterwegs sind. Kurz darauf schleichen wir uns an eine Elefantenherde gegen den Wind heran, um sie aus nächster Nähe zu beobachten. Dann stehen wir vor einer Büffelherde. Lunga erklärt, dass nur alleinstehende Büffel aggressiv und gefährlich sind, eine „mating herd“ jedoch nicht, solange man einen gewissen Abstand hält.

Tatsächlich interessieren sich die riesigen und massiv wirkenden Tiere nicht für uns, obwohl sie uns längst bemerkt haben und misstrauisch zu uns herüberschauen. Dennoch setzen sie ihr Grasen unbekümmert fort. Auf einer Ebene servieren uns unsere Guides ein Busch-Frühstück aus ihrem Rucksack mit Chips, Billtong, Keksen und Nüssen.

In einer Senke finden wir an einer ausgetrockneten Matschkuhle einen Stoßzahn eines Elefanten. Wahrscheinlich hat er versucht eine unterirdisch verlaufende Wurzel aus dem Erdreich zu hebeln und dabei ist ihm der Stoßzahn abgebrochen. Das Elfenbein wird nach unserem Walk dem Ranger von Lower Sabie übergeben.

Auch kleine interessante Dinge erklären uns unsere Guides, wie zum Beispiel den Dung einer Giraffe. Lunga erklärt, dass sie als Kinder mit dem kugelförmigen und sehr harten Dung stundenlang gespielt haben. Dabei wurde die Dungkugel in den Mund genommen und musste möglichst nahe an ein Ziel gespuckt werden. Den beiden chinesischen Mädels in unserer Gruppe verdrehen die Augen und ihnen wird bei dem Gedanken ganz anders, was Lunga nur anspornt, die Story noch weiter auszuschmücken! Anders als bei anderen Lebewesen ist der Darm von Antilopen und Giraffen völlig frei von Bakterien und hat auch keinen unangenehmen Geruch. Die Konsistenz ist steinhart wie eine Glasmurmel.

Später zeigt uns Petrus eine ausgehöhlte Kugel, die von einem Dung-Beetle stammt. Der Mistkäfer legt sein Ei in den Dung ab und rollt ihn zu einer dicken Kugel, die sie zu einem Erdloch rollen und dort deponieren. Die geschlüpften Larven ernähren sich von dem Dung und höhlen ihn von innen somit aus. Das wiederum weiß das Porcupine, das die Kugel knackt und die Larven mit Genuss verspeist. Stachelschweine gelten übrigens neben Elefanten als die Baumkiller der Savanne, da sie die Rinde von Bäumen ringförmig abnagen und somit die Nährstoffzufuhr des Baumes nachhaltig stören. Vier Stunden dauert unser Walk und er vergeht wie im Fluge. Petros und Lunga haben wahnsinnig interessante Geschichten zu erzählen und wir hätten ihnen noch stundenlang weiter zuhören können! So machen wir ein Erinnerungsfoto und begeben uns auf den Rückweg zum Camp.

Erneut wird bei Mugg & Beans nach dem Walk gefrühstückt, der Ausblick ist spektakulär, das Frühstück fettig amerikanisch! Das selbst zusammengestellte Omelette ist aber durchaus passabel ebenso wie der Kaffee.

Den ganzen Tag über beschäftigen wir uns mit Chillen, Lesen und Birden auf der Terrasse unseres Zeltes. Auch Lower Sabie ist ein wahres Vogelparadies. Auch schauen die Löwen im Laufe des Vormittags am anderen Flussufer noch einmal nach dem Rechten.

Interessant ist es die Bee-Eater vom Steg aus zu beobachten. Immer wieder fliegen sie von ihren erhabenen Beobachtungsposten auf, um Insekten zu fangen. Danach schlagen sie ihre Beute mit dem Schnabel auf einen Stamm, um sie von ihren Giftstacheln zu befreien. Anschließend legen sie den Kopf in den Nacken legen und verspeisen ihre Beute genüsslich.

Wir freuen uns auf unser bei Sanparks gebuchtes Busch-Braai, das wiederum von Petros durchgeführt wird. Leider spielt das Wetter nicht mit, es ist kühl und windig, so dass das Braai von Sanparks an einen Rastplatz verlegt wird. Außer uns sind noch vier Amerikaner dabei, mit denen wir auch schnell ins Gespräch kommen. Das Gespräch kühlt sich allerdings schnell ab, als wir auf ihren Präsidenten zu sprechen kommen und sein mangelndes Verständnis für Umweltschutz thematisieren. Wir hatten schon fast befürchtet, dass es sich um Trump-Anhänger handeln könnte!

Auf dem Weg zum Braai-Platz machen wir natürlich noch einen Gamedrive bei Dunkelheit und entdecken viele nachtaktive Tiere, verschiedene Eulen und eine Wildkatze, zuvor haben wir bereits einen Leoparden auf der Skukuza Road im Baum liegend gesehen. Das Naturerlebnis ist allerdings durch die unzähligen Fahrzeuge, die vor dem Tier lauern, wenig eindrucksvoll. Die Sicht auf das Tier, das auf einem Ast in der Baumkrone schlummert, ist sehr eingeschränkt, immerhin schimmert das gepunktete Fell durch die dichte Baumkrone hindurch und der Kopf kann erahnt werden.

Unser Braai findet an der Mlondozi Picknick Area statt. An dieser Stelle haben wir schon vor sieben Jahren gestanden und waren sehr angetan von diesem Ort. Leider ist durch die Dunkelheit nichts von der schönen Umgebung zu sehen. Der Grill ist schon entzündet worden, als wir beim Braai-Platz eintreffen. Stilvoll ist der Tisch gedeckt und wir versammeln uns um das Campfire. Wir schlagen vor, gemeinsam ein afrikanisches Lied anzustimmen. So etwas wie eine südafrikanische Nationalhymne für Gospelchöre ist der Song „Shosholoza“, der in diesem Ambiente regelrecht unter die Haut geht, auch wenn wir ihn selber singen müssen.

Das gegrillte Fleisch und die Boereworst sowie alle Zutaten, die mit Liebe ebenfalls auf Holzkohle zubereitet werden, sind extrem lecker und es gibt sogar ein leckeres Dessert. Wir schlemmen nach Herzens Lust, bis es uns zu kalt wird und wir uns an das wärmende Feuer begeben. Natürlich ist auch der Braai mit bewaffneten Guides ausgestattet. Der schöne Abend geht viel zu schnell zu Ende, der Rückweg ist dann ziemlich kalt; wir haben mehrere Schichten übereinander angezogen, um uns vor dem kalten Fahrtwind zu schützen, hinzu kommt eine dicke Wolldecke, die wir über uns legen.

 

September 2019 – Kruger Park
Big 5 an einem Tag
Nochmals haben wir uns entschlossen, einen Morning Game Drive zu buchen, der um 4.30 Uhr startet – auch dieses Mal ist unser Guide Petros. Es ist ein extrem windiger und kalter Morgen, an dem sich alle Tiere an windgeschützten Plätzen verstecken. Insofern verläuft unser Gamedrive zunächst nahezu ereignislos, immerhin spotten wir Hyänen mit Jungtieren, die von den Erwachsenen gefüttert werden uns später noch einen Schakal, den wir auf unserer Reise erstaunlicherweise noch so gut wie gar nicht gesehen haben. Ein Fish-Eagle sitzt auf einem Baum und errupft einen soeben geschlagenen Vogel.

Ein Highlight hat Petros dann allerdings gegen Ende des Gamedrives doch noch auf Lager: Der Leopard, den wir gestern Abend noch im Baum gesichtet haben, liegt inzwischen auf dem Boden und scannt das Flussbett nach Beutetieren. Wir können das wundervolle Tier eine Weile lang in seiner vollen Schönheit bewundern. Der Auflauf rund um den Leoparden ist nicht annähernd so hoch, wie noch gestern Abend.

Eine nahezu weiße Löwin liegt auf dem Rückweg zum Lower Sabie Camp am anderen Flussufer und schaut uns interessiert zu. Auch sie kauert sich hinter dem dichten Schilf zusammen, um sich vor dem kalten Wind zu schützen.

Wir checken aus Lower Sabie aus und brechen zu unserer letzten Station auf – es soll noch einmal ein spektakulärer Tag werden! Zunächst einmal sehen wir einen weiteren Hornbill, den wir auf dieser Reise überhaupt noch nicht gesichtet haben, einen Grey Hornbill.

Sehr ergiebig ist die alte Verbindungsstraße zwischen Lower Sabie und Crocodile Bridge, die S 28. Die Landschaft an der Grenze zu Mozambique ist traumhaft schön und typisch afrikanisch. Eine weite Savanne mit spärlichem Bewuchs, im Hintergrund seichte Hügel, Akazien-Silouetten und ein wie gemalter, wolkiger Himmel.

Die ganze Zeit schon lauern wir darauf, einen Sekretär zu Gesicht zu bekommen und plötzlich stehen wir gleich vor einem Paar. Und das allergrößte ist, dass beide sich kurze Zeit später in die Lüfte erheben und davonfliegen. Noch nie zuvor haben wir fliegende Sekretär-Vögel gesehen! Der Flug sieht für einen Laufvogel sogar erstaunlich geschmeidig aus! Auch ein junges Löwenpaar entdecken wir zum Abschluss noch einmal unter einem Busch dösend.

Der abschließende Höhepunkt aber ist ein Breitmaul Nashorn, das wir in einiger Entfernung ausmachen – das erste Rhyno unserer Reise -, was unsere Big 5 Liste nunmehr endgültig komplettiert. Wir können uns nicht erinnern, die Big 5 jemals an einem einzigen Tag gesichtet zu haben. Ehrlich gesagt hätte uns auch nichts gefehlt, wenn wir kein Rhyno mehr zu Gesicht bekommen hätten, nach den vielen, spektakulären Begegnungen unserer Reise. Dennoch ist es immer wieder ein erhabenes Gefühl, diese stark gefährdeten Tiere zu sehen. Für Kirsten und Micha ist es das erste Mal in ihrem Leben, ein freies Rhyno bewundern zu dürfen. Irgendwie beschleicht uns gerade bei den letzten verbliebenen Rhynos immer wieder ein wehmütiges Gefühl, da diese Tiere vermutlich nicht mehr lange in freier Wildbahn bewundert werden können. Im südlichen Afrika wird man nach wie vor der Wilderei einfach nicht Herr, ganz zu schweigen von dem lukrativen Geschäft der Großwildjagd, das auf vielen Farmen, insbesondere in Namibia und Südafrika, in großem Stil betrieben wird. Solange es Kunden gibt, denen es Befriedigung bereitet, auf fast zahme und sedierte Tiere zu schießen, oder die meinen, durch geriebenes Horn die eigene Potenz steigern zu können, solange wird es auch geldgierige Menschen geben, die diese schmutzigen Geschäfte betreiben.

Wir fahren zum Crocodile Bridge Safari Camp, das unmittelbar am Zaun zum Krüger Park gelegen ist, mit Blick auf den nahezu ausgetrockneten Crocodile River – eine erneut großartige Unterkunft und des Abschlusses eines überaus abwechslungs- und ereignisreichen Trips würdig. Die Safari Tents sind super ausgestattet und das Ambiente am Crocodile River einzigartig. Viele Gäste fahren von hier aus in den Krüger Park hinein, im Grund genommen kaum ein Unterschied zu einem Fenced-Camp im Park selbst. Zum Abschied werden wir noch einmal mit einem farbintensiven afrikanischen Sunset verwöhnt, der wehmütig macht!

Das abendliche Dinner wird von allen Gästen gemeinsam an einer langen Tafel eingenommen. Das Publikum ist international und man kommt sehr schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch. Neben uns sitzen zwei nette Engländer, mit denen wir eine ganze Weile über Gott und die Welt plaudern. Unsere Gastgeber, Ilse und Bruce, haben Salate, Kartoffeln und Brot vorbereitet, was im Preis für die Safari Tents enthalten ist, die Gäste bringen lediglich ihr eigenes Fleisch zum Braai mit.

 

27./28. September 2019 – Kruger Park – Johannesburg – Hannover
Sehnsüchtiger Abschied aus Afrika

Auf der bestens ausgebauten N4 fahren wir in Richtung Johannesburg. Unterwegs wollen wir noch ein schönes Plätzchen zum Frühstücken finden.
Die Landschaft im Crocodilepoort Nature Reserve, das wir durchqueren, ist atemberaubend schön. Warum nur findet sich dieses Gebiet in kaum einem Reiseführer? Rund vierzig Kilometer vor Nelspruit verlassen wir die N4, um noch ein bisschen tiefer in die Berglandschaft einzutauchen und finden ein reizendes Café, das Bohemian Groove Café in Kaapsche Hoop. Hier gibt es Wildpferde, die natürlich die Attraktion der Umgebung sind. In der Gegend ist im 19. Jahrhundert das größte Gold Nugget, das jemals in Südafrika gefunden wurde, von einem Herrn Peacock entdeckt worden, was einen wahren Goldrausch ausgelöst hat.

Die Inhaberin des Cafés ist Deutsche, auch erkennbar an dem Schild im Garten „German Bockwurst Stube“! Wir ordern Rührei mit geräucherter Lachsforelle und Wildfenchelkräutern, dazu gibt es tatsächlich ein richtiges Roggenbrot!

Die letzten 250 Kilometer führen durch ödes, vertrocknetes Farmland. Wie schon bei der Autorückgabe im Kapstadt sollen wir erneut zur Kasse gebeten werden für die Reinigung des Autos (360 Rand). So oft schon haben wir unser Auto verschmutzt nach einer Reise abgegeben und haben dafür noch nie etwas bezahlen müssen, zumal alle zurückgegebenen Autos ohnehin nochmals von der Autovermietung gereinigt werden. Solch eine Praxis ist uns in unserer langjährigen Reisepraxis noch nicht untergekommen und wir werden ernsthaft überlegen, ob wir uns jemals wieder für Avis entscheiden werden. Im Kleingedruckten des Vertrages ist die Gebührt aufgeführt, letztendlich ist es aber nichts anderes als eine unseriöse zusätzliche Einnahmequelle, die sich die Autovermietung damit erschließt. Wir ärgern uns nicht länger und begeben uns in die Abflughalle, um unser Gepäck abzugeben. Der Nachtflug nach Paris ist sehr entspannt, zumal wir wieder Notausgangsplätze gebucht haben und auch der Anschlussflug nach Hannover ist pünktlich.

Unser Fazit für diese Reise fällt ausschließlich positiv aus. Wir haben exquisite und gigantisch gelegene Unterkünfte ausgesucht, die wir unseren Lesern durch die Bank nur wärmstens empfehlen können. Das Reisen in einer „Vierer-Kleingruppe“ hat super-gut funktioniert – wir haben uns bestens verstanden. Der Kontrast zwischen dem fast europäischen Leben am Western Cape mit feinstem Essen und hervorragenden Weinen, sowie das Eintauchen in die Busch-Landschaft des Kruger Parks mit spektakulären Tiersichtungen hat die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht. Dazu beigetragen haben auch wieder einmal zahlreiche Guides und Natur-Enthusiasten, allen voran Johann aus der Ximongwe Lodge. Auch ihnen gilt unser großer Dank, denn sie haben uns wieder einmal neue Erfahrungen zum afrikanischen Kontinent vermittelt. Unsere große Verbundenheit zu Afrika spüren wir jedes Mal am Ende einer Reise, wenn sich direkt eine große Sehnsucht nach der nächsten Begegnung mit Afrika breitmacht.

*=Affiliate Link

Wir freuen uns über deinen Kommentar. Wenn du über neue Einträge informiert werden willst, klicke den Button unter dem Kommentarfeld. Wir freuen uns auch, wenn du uns bei Facebook, YouTube oder Instagram folgst.