Saint Kitts

18. Mai 2024 – Saint Kitts & Nevis

Nicht einmal fünfzig Seemeilen trennen unsere gestrige Destination von St. Kitts & Nevis und doch treten wir auf der dritten Karibikinsel unserer Reise in eine komplett andere Welt ein! Kaum erreicht man am Seaport in Basseterre den Vorplatz, schon wird man von geschäftstüchtigen, mit Rastazöpfen behängten Insulanern bedrängt. „Hey Brother, you need a Taxi…“ oder „Come on guys, best Tours only with me…“, so oder ähnlich dringt es von allen Seiten herüber zu den zunächst völlig überrumpelten Kreuzfahrtouristen! Die Verkaufsmentalität und -aggressivität auf St. Kitts erinnert uns sehr an Erlebnisse in Afrika! Die ganze Stadt scheint auf den ersten Blick kunterbunt, aber auch wesentlich ärmlicher zu sein!

Wir haben auf dem Schiff für den ersten Teil des heutigen Tages eine sechsstündige Katamaran-Tour zur Zwillingsinsel Nevis gebucht. Zunächst einmal gibt es an Bord ein Briefing des „übertrieben coolen“ Kapitäns und seiner ebenso coolen dreiköpfigen Besatzung. Zu „No Woman, no cry“ von Bob Marley läuft der eindrucksvolle Katamaran aus dem Hafen von Basseterre aus. Wir machen es uns auf einem geflochtenen Netz zwischen den beiden Rümpfen des Bootes bequem, schauen aufs Meer und lassen die Insellandschaft von St. Kitts an uns vorbeifliegen.

Ein Schnorchelstopp erfolgt in der Nähe eines Schiffswracks. Auch hier ist die Unterwasserwelt alles andere als unberührt! Die meisten Korallen sind abgestorben, nur wenige haben den ungünstigen Umwelteinflüssen bis zum heutigen Tag getrotzt. Corinna sieht tatsächlich einen Mantarochen und einige Papageienfische. Insgesamt aber haben wir definitiv schon bessere Schnorchelspots erlebt. Dennoch vergeht die eine Schnorchelstunde wie im Flug.

Der Katamaran segelt weiter nach Nevis und wir bekommen von der Crew einen leichten Lunch serviert. Den markanten, von Nebelschwaden umgebenen Gipfel des Nevis Peaks haben wir nun stets vor Augen.

Wir landen an einem ausgedehnten Sandstrand auf Nevis an. Während sich die meisten Gäste sofort in die Fluten stürzen oder es sich unter den Sonnenschirmen bequem machen, stillen wir unseren Bewegungsdrang und laufen den Strand hinunter. In Nevis herrscht spürbare karibische Leichtigkeit, vielleicht sind die Menschen hier noch nicht so „touristisch verdorben“ wie im benachbarten St. Kitts! Aus den bunt angemalten Bars dringen chillige Reggae Klänge, die Insulaner lassen es langsam und bedächtig angehen!

In einem Sumpfgebiet am Strand entdecken wir ein interessantes Reiher-Pärchen, Yellow-Crowned Night-Herons. Kurze Zeit später ist unsere Zeit auf Nevis auch schon um und unser Katamaran landet wieder an, um seine Gäste aufzunehmen.

Zurück in Basseterre auf St. Kitts schauen wir uns in der Inselhauptstadt um. Hier gibt es den Hauptplatz „Piccadilly Circus“ mit seinem viktorianischen Uhrturm aus dem 19. Jahrhundert und den Independence Square, dem gesellschaftlichen Zentrum des Ortes. Ausgerechnet heute findet hier ein kunterbuntes Festival, „Jesus in the City“, statt. 

Die Veranstaltung gehört zu einem gemeinnütziges Gemeinschaftsnetzwerk, das auf der ganzen Welt zusammenarbeitet, um die Botschaft des Evangeliums Jesu Christi durch kreative Künste, Paraden und Festivals zu verbreiten. Schnell wird man erinnert an den Karneval in Rio! Trecker mit Anhängern, auf denen Musikgruppen performen, vollgepackt mit einer Armada laut wummernder Boxen, dazwischen tanzende Kindergruppen, ziehen durch die Straßen von Basseterre. 

Überall schaut man in lachende und fröhliche Gesichter, es herrscht eine ausgelassene Partystimmung in der gesamten Stadt. Wir denken uns, wenn Kirchen in Europa auf diese Weise arbeiten würden, käme es vielleicht nicht zu Massenfluchten, wie sie insbesondere in Deutschland derzeit zu beobachten sind. Wie nur passen diese euphorisierenden Eindrücke mit dem unsäglichen Bild zusammen, das das katholische Oberhaupt in Rom und große Teile der Kirchen in unseren Breiten abgeben!?

Galerie

* = Affiliate Link

One Comment

Wir freuen uns über deinen Kommentar!