Jost Van Dyke

13. – 16. Mai 2024 – Einchecken auf der MS Europa und Aufbruch in die Karibik nach Jost van Dyke

Wir müssen uns auf den Weg machen, um unseren Mietwagen abzugeben. Ein Shuttle von Hapag-Lloyd bringt uns vom Flughafen zusammen mit anderen Passagieren zum Kreuzfahrtterminal. Das ganze Procedere des Check-Ins auf der MS Europa ist generalsstabsmäßig durchgeplant. Wir werden mit einem Gläschen Champagner und Canapés empfangen und können wenig später unsere komfortable Balkon-Suite beziehen. Es verfügt über ein hervorragendes, bequemes Doppelbett, einen großzügigen Wohnbereich, einen begehbaren Kleiderschrank sowie ein geräumiges Badezimmer mit Wanne und Dusche. Selbstverständlich darf auch der private Balkon mit Sonnenliege nicht unerwähnt bleiben.

Das erste Abendessen im Yachtclub ist vorzüglich, am Büffet bedienen wir uns an frischen Austern, Hummer, Thunfisch-Carpaccio und vielen weiteren exquisiten Leckereien. Die Grillstationen im Yachtclub bieten frisch zubereiteten Fisch und diverse feine Fleischspeisen an. Der erste Abend eröffnet schon einmal einen ersten Einblick, was uns in den kommenden zweieinhalb Wochen kulinarisch erwartet! Nach dem Abendessen lassen wir noch die obligatorische Sicherheitseinweisung an der Poolbar über uns ergehen. Schon legt unser Schiff ab und lässt die beeindruckende nächtliche Kulisse Miamis alsbald hinter sich.

Es folgen zweieinhalb Tage auf See, an denen wir es uns gut gehen lassen. Der Service an Bord ist erstklassig und zuvorkommend. Die verschiedenen Spezialitätenrestaurants sind hervorragend, sei es das Tarragon, das französische Spezialitäten wie Morilles á la Creme (Morchel in Rahm) oder Turbot á la Provence (Steinbutt in Bouillabaisse Sauce) anbietet, oder das Elements, in dem feinste asiatische Gerichte auf den Teller kommen. Alle Spezialitätenrestaurants bewegen sich durchweg auf Sterne-Niveau! Läuft einem bei der kleinen Auswahl an Fotos dieser fein angerichteten Gerichte nicht direkt das Wasser im Munde zusammen?

In den Restaurants besteht am Abend ein Dress-Code, die Herren sind aufgefordert, ein Sakko, Hemd oder Polo-Shirt, geschlossene Schuhe und selbstverständlich lange Hosen zu tragen.

Bei so viel Schlemmerei darf das Sport- und Bewegungsprogramm nicht zu kurz kommen. Zumindest an allen Seetagen betätigen wir uns möglichst zweimal am Tag im Fitnessstudio oder besuchen, wenn möglich, einen der angebotenen Kurse (Yoga, Pilates, Cycling, Workouts usw.).

Sogar ornithologisch gibt es auf See etwas zu entdecken. Einige Seevögel begleiten immer mal wieder das Schiff, unter anderem Masked- und Brown Boobies, die im Sturzflug Fische erbeuten. Tölpel, der deutsche Begriff für diese Artengruppe, leben, wie andere Seevögel auch, das ganze Jahr über auf dem Meer und kommen lediglich zur Brutzeit und die Aufzucht der Jungvögel für kurze Zeit an Land.

Nach zweieinhalb Seetagen geht die Europa 2 vor Jost van Dyke planmäßig am White Bay vor Anker. Es ist die kleinste der vier Hauptinseln der British Virgin Islands, benannt nach dem gleichnamigen Piraten, der hier einst sein Unwesen trieb. 6,5 x 5 Kilometer misst das Eiland vulkanischen Ursprungs und beherbergt gerade einmal 300 Einwohner.

Zunächst wird das komplette Equipment, inklusive Mobiliar und Geschirr für das abendliche Barbecue mit Hilfe von Zodiacs an den Strand befördert – eine monströse logistische Herausforderung. Zwei Stunden später folgen die Passagiere. Unser Zodiac landet an dem grellweißen Pudersandstrand der White-Bay mit einer „Wet-Landing“ an. Vor dem Strand ankern einige Luxusyachten und Segelschiffe. Zunächst entdecken wir auf einer kurzen Schnorcheltour die Unterwasserwelt, die allerdings nicht allzu viel hergibt. Das vorgelagerte Korallenriff ist mehr oder weniger abgestorben, sicher ein Ergebnis des übermäßigen Tourismus und des Klimawandels zugleich.

Teile unseres Ensemble lassen es sich am Strand ebenfalls gutgehen und posieren akrobatisch vor der malerischen Kulisse der MS Europa 2. Ansonsten herrscht am Strand mit seinen chilligen Bars eine relaxte Atmosphäre. Die bekannteste Attraktion der Insel am Ende der Bucht, Soggy Dollar Bar, die ihren Namen enthalten hat, da kein Besucher das Ufer des Strandes trockenen Fußes erreichen kann und alle Getränke daher mit nassen Geldscheinen bezahlt werden! Wir verzichten auf den Besuch der Bar und den Genuss des berühmtberüchtigten Painkillers, ein starker rumhaltiger Cocktail, da den Passagieren der MS Europa 2 am Strand in regelmäßigen Abständen kalte Drinks serviert werden. So kann man sich wohl in etwa das Paradies vorstellen!

Natürlich darf eine Erkundungstour auf der Insel für uns nicht fehlen. Wir laufen das steile Sträßchen entlang der Küste zur benachbarten Bucht, dem Great Harbour. Es gibt auch Sammeltaxis, die die fußfaulen Touristen von Bucht zu Bucht bringen. In Great Harbour landen täglich mehrere Fähren von der Hauptinsel der Virgin Islands an. Ansonsten reiht sich entlang der Sandpiste im Ort Bar an Bar. Vermutlich gibt es auf Jost van Dyke ebenso viele Bars wie Einwohner! Im Hafenbecken tauchen zahlreiche Braune Pelikane im rasanten Sturzflug ab ins Meer, um Fische zu erbeuten. Hauptattraktion der Bucht ist, wie könnte es anders sein, eine chillige Bar namens „Foxy´s“, an den auch ein kleiner Gemischtwarenladen angegliedert ist. 

Sonst gibt es noch eine Handvoll farbig angetünchter Hütten, sowie einen scheinbar in Vergessenheit geratenen Lost Place, eine verfallene Kirchenruine, die sich die Natur offenbar nach und nach zurückerobert.

Am Abend wird am Strand von White Bay ein stilvolles Barbecue veranstaltet. Feinste gegrillte Leckereien, von Hummerschwänzen bis Rinderfilets, werden den Gästen angeboten, dazu gibt es Champagner und Cocktails. Gespeist wird an mit weißen Tischdecken eingedeckten Bierzeltgarnituren im Kerzenschein und in den Sand gesteckten Fackeln, im Hintergrund die beleuchtete MS Europa 2! Es könnte uns wahrlich schlechter gehen!

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