Moremi Game Reserve

Heute steht uns ein extrem anstrengender Tag bevor, müssen wir doch eine Reihe von Dinge in Maun erledigen beziehungsweise unseren zehntägigen Trip ins Okavangodelta und den Chobe Nationalpark vorbereiten. Es ist annähernd 40 °Grad heiß und die Sonne brennt erbarmungslos auf die staubigen Straßen Mauns nieder. Es ist Freitag und am kommenden Montag ist in Botswana Independence Day. In den Supermärkten der Stadt herrscht der Ausnahmezustand – eigentlich nicht anders als bei uns in Deutschland, wenn die Menschen sich vor Feiertagen „vom Hungertod bedroht fühlen“ und die Geschäfte stürmen! Erschwerend kommt hinzu, es ist Monatsende, die Menschen haben ihren Monatslohn auf dem Konto und es entspricht der botswanischen Mentalität, einen Großteil des Lohnes unmittelbar auszugeben.

Unsere erste Station unseres Maun-Marathons ist Rileys Garage. Wir benötigen dringend einen neuen Air Compressor und wollen auch unsere Cadac Gaslampe, die uns zu Bruch gegangen ist, ersetzen. Stolze 830 Pula müssen wir für den Compressor berappen, hoffen aber, den Betrag von Bushlore erstattet zu bekommen.

Als nächstes fahren wir zu Toyota – den Weg dorthin kennen wir ja bereits -, um unser Kühlschrankproblem beheben zu lassen. Schnell ist die Sicherung gewechselt, die ich im Übrigen an dieser Stelle niemals vermutet hätte! Der Mechaniker ist begeisterter Fußballfan und meint, was für ein toller Fußballer doch der Ballack sei! Am Ende müssen wir für die Dienstleistung bei Toyota nicht einmal etwas bezahlen, geben allerdings dem Mechaniker ein angemessenes Trinkgeld.

Nach der ersten Hektik in Maun benötigen wir erst einmal eine Pause und nehmen im Rileys Restaurant einen Mittagssnack ein. Das Essen ist nicht besonders gut, aber es tut gut, im Schatten einen kühlen Drink zu sich zu nehmen und für einen kurzen Augenblick durch zu schnaufen. Das traditionsreiche Rileys wurde in den 1920er Jahren von dem Jäger Harry Riley eröffnet. In der Zeit zog es lediglich einige verwegene Abenteurer in die Gegend. Bis in die 1990er Jahre konnte Maun ausschließlich über ein üble Sandpiste erreicht werden. Mit dem Bau der Teerstraße nach Nata entwickelte sich Maun schnell zur Hochburg des Tourismus für das Okavangodelta. Heute leben hier ca. die 30.000 Einwohner fast ohne Ausnahme vom Tourismus.

Schließlich kämpfen wir uns weiter durch die verstopften Straßen. A-Z Gas soll laut unseres Ilona Hupe Reiseführers die einzige Möglichkeit sein, Cadac Gasflaschen auffüllen zu lassen. Im A-Z Office erklärt man allerdings, man habe das Business aufgegeben. Einziger Händler sei jetzt Viking-Gas in der Nähe der Caltex Tankstelle am Ortseingang, von Nata kommend. Bei Viking Gas füllt man unsere beiden Gasflaschen für 60 Pula auf.

Weiter geht´s! Wir wollen gerne ein paar von den Solarlampen kaufen, die wir in der Haina Kalahari Lodge gesehen haben. Das Geschäft befindet sich auf der Ausfallstraße zum Moremi Nationalpark. Leider machen wir den Weg umsonst, da die Lampen der Marke „ConSol“ ausverkauft sind.

Und nun beginnt die Schlacht in den Supermärkten. Eines vorweg: Der Spar in der Mall von Maun ist grauenhaft und wir können nur empfehlen, den „zweiten Spar“ in der Nähe des Airports aufzusuchen. Das Sortiment ist deutlich besser, offensichtlich hat man sich hier auf die Bedürfnisse der Individualreisenden ins Delta eingestellt. So kann man sich hier beispielsweise Fleisch vakuumverpacken lassen, ganz wichtig für eine längere Haltbarkeit, und es gibt sogar richtigen italienischen Kaffee, ansonsten in Botswana eher nicht zu bekommen. Unser Einkaufszettel wird abgearbeitet, lediglich Fleisch und Brot wollen wir noch am Sonntag auf dem Weg ins Delta kaufen. Der beste Fleischer Mauns ist übrigens „Beef Boys“, direkt bei Rileys. Unglücklicherweise hat er aber am Sonntag geschlossen, so dass wir uns mit Fleisch vom Spar begnügen müssen.

Vor unserem Trip ins Okavangodelta wollen wir es uns noch einmal so richtig gut gehen lassen und so haben wir uns eingemietet ins Tshima Bush Camp, 30 Kilometer außerhalb Mauns auf der Straße nach Ghanzi gelegen. Hier haben sich die beiden reizenden Holländer Michelle und Rinie ein kleines Paradies auf einem 30 Hektar großen Gelände geschaffen. Nach unserer Ankunft haben wir gerade noch genug Zeit, den Staub Mauns unter Dusche wegzuspülen. Im Tshima Bush Camp gibt es vier luxuriös ausgestattete Safari-Tents mit eigenem Bad (800 Pula per night).

Am lodernden Campfire servieren Michelle und Rinie ein stilvolles Dreigangmenü (200 Pula p.P.), bestehend aus einer Butternut-Kürbissuppe, köstlichem rosa gebratenem Rinderfilet, Brokkoli und Salat aus dem eigenen Gewächshaus. Abschließend gibt es noch eine Apfeltarte. Mit uns essen ein nettes südafrikanisches Pärchen, er Ingenieur, sie Lehrerin und es entwickelt sich ein richtig lustiger Abend mit netten Gesprächen. 

Michelle und Rinie berichten, das Tshima ein wahres Schlangenparadies sei. Einer ihrer Hunde sei kürzlich gerade nach dem Biss einer Schwarzen Mamba innerhalb von Minuten gestorben. Alle grauslichen Spezies Afrikas haben sie hier schon gesichtet, von den Mambas (grün und schwarz) angefangen, über Kobras – auch Speikobras -, bis hin zur berüchtigten Puffotter.

28. September 2013, Maun – Relaxen in der Tshima Lodge

Nach einer wunderbaren Nacht in einem riesig großen und bequemen Bett, steht heute ein Tag zum Relaxen auf dem Programm! Wir genießen am frühen Morgen erst einmal unser Frühstück, das uns in einem Picknickkorb ans Zelt gebracht wird – der reinste Luxus! Es gibt, frischen Kaffee, Toast, Wurst, Käse, Joghurt und sogar ein Frühstücksei. Danach ordnen wir unseren 4×4 neu und verstauen insbesondere den gestrigen Einkauf sinnvoll. Es gibt kaum etwas nervigeres, als wenn man draußen im Busch permanent auf der Suche nach irgendwelchen Sachen ist.

Danach machen wir einen kleinen Spaziergang unten am Nhabe River, ein ausgezeichneter Birding Spot. Es tut richtig gut, sich einmal ein bisschen zu bewegen! Es herrscht heute eine Bruthitze um die 40 °Grad mit einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit. 

Den Rest des Tages verbringen wir bei unserem Safari-Tent ohne jegliche Aktivität und lassen die Seele baumeln – das brauchen wir heute einmal so. Erst als gegen Abend die Hitze ein wenig erträglicher wird, zieht es uns noch einmal hinunter zum Fluss, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Tatsächlich gibt es heute den ersten Regen nach der Trockenzeit – bei den paar Tropfen von Regen zu sprechen ist allerdings fast ein Witz!

Rinie ist der versierte Koch von Tshima und er serviert uns heute Abend einen Lachssalat mit Ruccola, ein Beef-Stew mit Gemüse und Reis sowie ein leckeres Tiramisu.

29. September 2013, Maun – Third Bridge Camp, Moremi NP – Erlebnisreiche Anfahrt ins Okavangodelta

Um 7 Uhr kommt unser Picknickkorb mit dem Frühstück ans Zelt. Längst haben wir alle Sachen in unserem Auto verstaut, um pünktlich in den Moremi NP aufbrechen zu können. Wir befüllen nochmals unseren 80-Liter Wassertank, verabschieden uns von unseren Gastgebern und nehmen Kurs auf Maun. Unterwegs kaufen wir noch zwei Bundle Brennholz, die überall am Straßenrand feilgeboten werden. Niemals ist auch nur eine Menschenseele neben den Holzstapeln zu sehen, sowie man jedoch bei den Holzstapeln zum Stehen kommt, taucht aus dem Busch wie aus dem Nichts der jeweilige Besitzer auf. Wir zahlen 30 Pula für das Holz und setzen unseren Weg nach Maun fort. Im „zweiten Spar“ lassen wir uns fünf Portionen Rindfleisch vakuumverpacken und kaufen zudem noch Trinkwasser in Fünfliterflaschen für die nächsten zehn Tage. Im Delta und auch dem Chobe NP werden wir nirgendwo die Möglichkeit haben etwas einzukaufen. Wir hoffen, dass wir mit unseren Einkäufen an alles gedacht haben.

Von Maun aus ist die Straße zunächst asphaltiert, geht dann jedoch über in eine üble, mit Löchern übersäte Schotterpiste. Die Fahrt ab Maun zum Moremi Gate dauert ca. 1,5 Stunden und führt durch eine unspektakuläre Landschaft, für die man größtenteils nicht einmal 4×4 benötigt. Man sollte diesen Teil schlicht und ergreifend als Anreise verbuchen. Häufig besteht eine Verunsicherung der Individualreisenden bezüglich der „Veterinär-Kontrolle“ zwischen Maun und Moremi, wenn sie mit Vorräten bepackt ins Okavangodelta fahren. Die Angst am „Vet-Fence“ sämtliche Vorräte roten Fleisches einzubüßen, ist unbegründet. Kontrollen finden in Richtung Moremi grundsätzlich nicht statt, allenfalls in umgekehrter Richtung.

Am South Gate registrieren wir uns und zahlen unsere Entrance-Fee von 120 Pula p.P./Nacht. Die Moremi-Detailkarte, die wir am Gate erwerben, ist mit 100 Pula zwar überteuert, jedoch hilfreich.

Seit Januar 2013 gibt es wenige Kilometer hinter dem Gate ein neu erschlossenes Gebiet, das in den meisten Karten (wie z.B. bei Tracks4Africa) noch nicht aufgeführt ist. Die ausgeschilderten Loops zu den Black Pools und den Moranghwe River Pools sind absolut lohnenswert und lassen bereits die Anreise nach Third Bridge zu einem Erlebnis werden, während die alte Route monoton durch Mopanewald führt. Erstmals erweist sich unser GPS-Gerät als überaus hilfreich. Es gibt im Moremi Gebiet ein unübersichtliches Wegenetz, Ausschilderungen sind hingegen eher die Ausnahme. Mit dem GPS-Gerät bleiben wir jedoch allzeit auf Kurs.

Der Moremi Natinalpark im wasserreichen Okavangodelta weist eine Fläche von fast 5000 Quadratkilometer auf und bietet eine einzigartige Artenvielfalt. Er ist gekennzeichnet durch üppige Vegetation und von Überschwemmungsgebiete mit einem weit verzweigten Netz aus Wasserläufen. Große Teile des Parks werden jährlich überflutet, zunächst einmal während der Regenzeit von Januar bis März.

Es mag erstaunlich klingen, dass die zweite Flutwelle ausgerechnet während der Trockenzeit von Juni bis August entsteht. Diese Welle kommt aus dem angolanischen Hochland und benötigt sechs Monate, bis sie das Delta erreicht. Da die Flutwelle zur extremen Trockenzeit im Delta ankommt, konzentriert sich hier die komplette Tierwelt gerade in diesem Zeitraum. Zu Zeiten der Flutwellen, aber auch dazwischen, muss mit überfluteten Pisten und Wasserdurchfahrten gerechnet werden. Der Zeitraum September bis November ist für die Bereisung des Deltas hingegen ideal, da die Regenzeit dann Monate zurückliegt. Das Okavangodelta mündet in keinem Meer und hat dadurch ein weltweites Alleinstellungsmerkmal. Es weist einen extrem geringen Höhenunterschied auf: Zwischen Pfannenstil (Panhandle) und Fuß liegt auf einer Strecke von 250 Kilometern gerade einmal 60 Meter Höhendifferenz! Das Wasser versickert einfach im 15.000 Quadratkilometer großen sumpfigen Binnendelta.

Unterwegs sichten wir zahlreiche Vögel, die wir zuvor noch nicht gesehen haben, unter anderem Meves Glanzstare und Hartlaubdrosslinge. Eine große Anzahl von Wildtieren halten sich entlang des Loops am Ufer des Mogogelo Rivers relativ ungestört auf. Wir beobachten Kuhantilopen, große Elefantenherden und sehr viele Vögel, wie zum Beispiel die hübschen Schalachspinte (Carmin-Bee-Eater), den prachtvollen Hauben-Bartvogel (Crested Barbet) oder aber die riesigen Southern Ground Hornbills. Nach dem Passieren von 1st und 2nd Bridge hat man Mboma Island erreicht, auch wenn es einem zu den trockenen Zeiten nicht direkt bewusst wird, dass man sich auf einer von Sümpfen umgebenen Insel befindet.

Unterwegs sichten wir zahlreiche Vögel, die wir zuvor noch nicht gesehen haben, unter anderem Meves Glanzstare und Hartlaubdrosslinge. Eine große Anzahl von Wildtieren halten sich entlang des Loops am Ufer des Mogogelo Rivers relativ ungestört auf. Wir beobachten Kuhantilopen, große Elefantenherden und sehr viele Vögel, wie zum Beispiel die hübschen Schalachspinte (Carmin-Bee-Eater), den prachtvollen Hauben-Bartvogel (Crested Barbet) oder aber die riesigen Southern Ground Hornbills. Nach dem Passieren von 1st und 2nd Bridge hat man Mboma Island erreicht, auch wenn es einem zu den trockenen Zeiten nicht direkt bewusst wird, dass man sich auf einer von Sümpfen umgebenen Insel befindet.

Die Durchfahrten von 1st und 2nd Bridge sind komplett ausgetrocknet, so dass wir um „nasse Füße“ herumkommen. Wenn ich ehrlich bin, beschleicht mich eine gewisse Enttäuschung, da uns dieses kleine Abenteuer bei der Anfahrt nach 3rd Bridge verwehrt bleibt und wir lediglich kleinere Pfützen zu durchqueren haben. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir beide noch nicht, dass wir im Moremi noch intensivere Berührungspunkte mit dem Element Wasser haben werden als uns lieb ist!

Southern Carmine Bee-Eater (Karminspint)

Das Third Bridge Camp, betrieben von der Xomae Group, ist idyllisch gelegen, beschattet durch Feigen- und einige der kuriosen Leberwurstbäume und verfügt über neue Duschen und Toiletten. Wir haben wieder einmal eine der besten Campsite des Platzes erwischt (48 € per night). Campsite Nummer 1 liegt unmittelbar an der idyllischen Lagune, an den Ufern dicht bewachsen mit rot schimmerndem Riedgras. Mittlerweile finden in den Campsites Moremis regelmäßig Doppelbuchungen der Campsites statt, so dass auch wir den Platz in der ersten Nacht mit einem netten älteren Berliner Paar teilen müssen. Die Beiden sind mit ihrem namibischen, deutschstämmigen Tour-Guide unterwegs, der die komplette Tour und das Equipment organisiert hat und auch für das leibliche Wohl sorgt.

Hornrabe (Southern Ground-Hornbill)
Third Bridge Campsite
Leberwurstbaum

Abends teilen wir uns das Campfire mit dem Berliner Paar. Endlich gibt es wieder einmal ein Braai mit leckerem Rumpsteak, dazu Kartoffeln und Knoblauchquark. In der Lagune, wenige Meter von unserem Camp entfernt, veranstalten Hippos ein Heidenspektakel. Bei Flusspferden muss man schon sehr auf der Hut sein, da sie nachts gerne das Wasser verlassen und alles niederwälzen, was sich ihnen im Weg stellt. Wir leuchten bei einem Gläschen Wein regelmäßig um uns herum, erhalten jedoch keinen unliebsamen nächtlichen Besuch von den unberechenbaren Kolossen.

 

30. September 2013 – Game Drives rund um Third Bridge, Moremi NP, ca. 60 km – Ein Löwe auf der Lauer und einige Wasserdurchquerungen

Unser morgendlicher Game-Drive führt uns entlang eines Loops am Ufer von Mboma Island, eine landschaftlich reizvolle und abwechslungsreiche Fahrt. Eine ganze Weile beobachten wir das bunte Treiben einer großen Elefantenherde mit vielen kleinen Jungtieren, die ihren Müttern nicht von der Seite weichen. Ein Bulle versucht einen riesigen Akazienbaum zu „fällen“, um an die Blätter in der Krone heranzukommen, indem er mit seinem ganzen Gewicht am Stamm zerrt – dieses Mal bleibt der Baum Sieger!

Die Third Bridge Campsite ist berüchtigt für seine „diebische Tierwelt“. Keinen Augenblick darf man sein Hab und Gut und insbesondere seine Lebensmittel aus den Augen lassen, da insbesondere Paviane und Monkeys (grüne Meerkatzen) jede sich bietende Möglichkeit nutzen. Beim Frühstück werden auch wir „Opfer eines Angriffs“ – allerdings kommt der dreiste Räuber aus der Luft! Ein Milan fliegt im Sturzflug auf unseren Frühstückstisch zu und greift sich einige Stücken Thunfisch aus dem Salat, den ich soeben zubereitet habe! Man muss hier einfach seine Augen überall haben!

Den ganzen Tag verbringen wir im Camp und relaxen, Corinna liest, während ich an unserem Reisebericht schreibe und Fotos auf eine Festplatte übertrage. Man braucht einfach diese längeren Ruhepausen, ansonsten besteht die Gefahr der Reizüberflutung!

Unser abendlicher Game-Drive führt uns in das Gebiet zwischen Third und Fourth Bridge. Die Lagune bei Third Bridge sieht sehr einladend für ein kleines Bad aus – Warnschilder an der Brücke raten davon natürlich aufgrund der Krokodile und Hippos dringend ab. 

Third Bridge

Die Third Bridge steht zu einem guten Teil unter Wasser, so dass ich zu meiner ersten Wasserdurchquerung komme. Corinna ist zwar nervös, jedoch ist die Querung der Brücke überhaupt kein Problem. „Hier fahren sogar LKW hinüber“, hat uns bereits der Ranger im Office beruhigt. Wir haben heute Abend wieder unglaublich interessante Tierbegegnungen. Zunächst beobachten wir ein Elefanten-Baby mit seiner Mutter. Der süße Mini-Elefant verschwindet fast komplett im kniehohen Gras.

Ein Waffenkiebitz Pärchen schimpft lautstark, als wir uns ihm nähern. Schnell wird uns der Grund bewusst: Mehrere winzige Küken befinden sich wahrscheinlich auf ihrem ersten Landerkundungsgang. Kurze Zeit später sichtet Corinna in der Nähe einer Lagune zwei riesige Krokodile, die am Ufer ein Sonnenbad nehmen. Weit reißen die bedrohlich erscheinenden Echsen ihre Mäuler auf – ein Vorgang, der den kaltblütigen Tieren zur Wärmeregulierung dient.

Sattelstorch (Sattle-billed Storch)

Auch zwischen Third und Fourth Bridge gibt es ein verwirrendes Wegenetz. Wer hier ohne GPS unterwegs ist, läuft Gefahr, sich zu verirren. In einer weiteren kleinen Wasserdurchfahrt entdecken wir ein Sattelstorchpärchen – diese wundervollen großen Tiere haben auf ihren Schnäbeln die deutschen Nationalfarben vereint! Sie lassen uns sehr nahe herankommen und zeigen fast keine Scheu. Eine weitere Wasserdurchquerung folgt. Langsam gewöhnt man sich daran, dennoch verbleibt bei jeder Querung ein gewisses Kribbeln im Bauch. Ich halte mich strikt an die Regel, mit langsamen, aber beständigem Tempo und eingelegten 4 Low Gang durch das Wasser hindurch zu fahren. Zu viel Tempo verursacht einen größeren Wasserwiderstand und das Fahrzeug droht abzusaufen.

Wir stoßen auf eine riesige Büffelherde, bestehend aus mehreren Hundert Tieren. Friedlich grast die Herde im saftigen Gras. Wir setzen unseren Weg mitten durch die Herde fort und plötzlich entdeckt Corinna einen ausgewachsenen Löwen, der direkt auf uns zukommt. 

Er passiert unser Auto keinen Meter weit entfernt und würdigt uns keines Blickes. Sein ganzer Fokus liegt auf der durchziehenden Büffelherde. Scheinbar lauert er auf seine Chance ein junges oder schwaches Tier von der Herde zu isolieren. Niemals würde ein einziger Löwe eine Büffelherde im Verbund angreifen. Büffel sind durchaus wehrhaft und können einem Löwen ernsthafte Verletzungen zufügen. Das weiß der Löwe nur zu genau, übt sich daher zunächst in Zurückhaltung und behält die Herde unter Beobachtung.

Der Sonnenuntergang steht unmittelbar bevor, so dass wir uns auf den Rückweg machen wollen. Keinesfalls wollen wir die teils tiefsandigen Wege zwischen Third und Fourth Bridge bei Dunkelheit fahren.

Am Abend sitzen wir am Campfire und lassen den ereignisreichen Tag Revue passieren. Wir kochen Nudeln mit einer Gemüsesoße mit Zwiebeln und einem Zucchini-ähnlichem afrikanischen Gemüse. Die Hippos im Pool vor unserem Camp bleiben heute Abend ruhig.

1. Oktober 2013, Third Bridge – North Gate über Dead Tree Island, Moremi NP, 143 km – Festgefahren im „Black Soil“ bei Dead Tree Island

Der neue Tag beschert uns einen spektakulären Sonnenaufgang über der Lagune direkt vor unserem Zelteingang. Wir öffnen unsere Luken und betrachten in unserem gemütlichen Bett das Farbenspiel.

Zum Frühstück bekommen wir Elefantenbesuch. Ein Bulle, der zuvor bereits in der Lagune ein morgendliches Bad genommen hat, stapft keine zehn Meter von uns entfernt an unserem Frühstückstisch vorbei.

Auf unserem Weg zu unserer nächsten Station, dem North Gate Camp am Rande des Moremi NP, wollen wir unbedingt noch ein landschaftliches Juwel erkunden, Dead Tree Island. Wir nehmen Kurs auf Fourth Bridge, eine längere und ausnahmsweise stabil aussehende Brücken-Holzkonstruktion. Die Büffelherde von gestern Abend grast noch immer an der selben Stelle. Auch unseren Löwen entdecken wir sehr schnell wieder – er geht noch immer seinem persönlichen „Unterhaltungsprogramm“ nach, Büffel beobachten. Erneut gelangen wir unglaublich nahe dran an den prachtvollen Kerl, der gähnend sein Maul aufreißt und dabei seine furchterregenden Reißzähne präsentiert und dann wiederum nur noch Augen hat für seinen potentiellen nächsten „Kill“.

Hinter Fourth Bridge verlassen wir den Hauptweg und nehmen per GPS Kurs auf Dead Tree Island. Dieses ganze Gebiet ist in keiner Karte so richtig verzeichnet – ein GPS-Gerät ist obligatorisch. Wir queren zunächst einige harmlose Lagunen, stehen dann plötzlich vor einer ziemlich langen Wasserdurchquerung, der einzigen Zufahrt nach Dead Tree Island. Frische Reifenspuren zeugen davon, dass erst kürzlich hier Fahrzeuge durchgefahren sind. „Du willst hier doch nicht allen Ernstes durchfahren“, fragt Corinna entsetzt. „Lass mich doch erst einmal schauen“, antworte ich. Nur allzu gerne möchte ich Dead Tree Island sehen und bin nicht gewillt, so kurz vor dem Ziel aufzugeben. Ich gehe in das Wasserloch hinein und halte dabei die Augen offen nach verdächtigen Bewegungen auf der Wasseroberfläche, die von Krokodilen zeugen könnten.

Zufrieden stelle ich fest, dass sich der Untergrund hart anfühlt und an der tiefsten Stelle der Wasserstand ungefähr einen Meter beträgt. „Das ist machbar“, versuche ich Optimismus auszustrahlen, als ich zum Auto zurückkehre. Gesagt, getan – ich lege den 4 Low Gang ein und wir bewegen uns langsam auf die Furt zu. Das Wasser geht deutlich über die Windschutzscheibe hinaus, aber wir kommen ohne Probleme auf die andere Seite hinüber. Corinna verharrt während der Durchfahrt in Schockstarre und ist sichtlich erleichtert, dass alles gut gegangen ist. „Das muss ich aber wirklich nicht noch einmal haben“, meint sie.

„Das muss ich aber wirklich nicht noch einmal haben“, meint sie. „Zumindest auf der Rückfahrt müssen wir hier noch einmal durch ohne wenn und aber“, erwidere ich, denn es ist tatsächlich der einzige Weg von und nach Dead Tree Island.

Dead Tree Island liegt inmitten eines ausgedehnten Überflutungsgebietes. Der ehemalige Mopanewald ist aufgrund einer Langzeitüberflutung abgestorben – übrig geblieben sind tote Baumstümpfe, die der Gegend ihren Namen gegeben haben, in einer fantastischen Lagunenlandschaft gelegen. Dead Tree Island steht auch für seine unberührte Tierwelt. Wenn man Glück hat, kann man hier Leoparden und sogar die fast ausgestorbenen Wild Dogs sichten. Da wir uns der Mittagszeit nähern, ist die Chance allerdings eher gering, Raubtiere zu sichten, die sich um diese Zeit längst ihr Schlafplätzchen gesucht haben. Wir sichten aber Elefanten friedlich im Schilf grasend und jede Menge Wasservögel, unter anderem Klunker Kraniche, Sporengänse und ein „Heiliges Ibis Pärchen“.

Sporngans (Spur-winged Goose)

Wie auf dem Hinweg müssen wir wieder die tiefe Furt queren – kein Problem beim zweiten Mal, wenn man weiß, welcher Spur man folgen muss. Es dauert nur wenige Minuten, da stehen wir erneut vor einem Wasserloch. „Oh, nein, nicht schon wieder“, stöhnt Corinna. Doch es hilft alles nichts, wir müssen da durch, wenn wir nicht einen riesigen Umweg machen wollen. Auf der linken Seite sind die frischen Reifenspuren deutlich zu erkennen. Der Weg durch das Wasser beträgt aber gut und gerne fünf Meter. Ich prüfe die deutlich kürzere Furt auf der rechten Seite und sehe, dass hier die Wasserhöhe maximal 40 Zentimeter beträgt, prüfe aber nicht weiter den Untergrund – ein fataler Fehler, wie sich herausstellen wird. Wie gehabt gleiten wir langsam auf der kürzeren Furtseite in das Wasser hinein. Wir sind mit der Vorderachse bereits fast durch, als ich bemerke, dass der rechte Hinterreifen langsam aber sicher im Schlamm versinkt. Wir sitzen definitiv fest im gefürchteten tiefen Black Soil! „So ein Mist“, fluche ich und werde mir meines Fehlers schlagartig bewusst! Corinna behält erst einmal die Nerven und wir beratschlagen, was zu tun ist. „Wenn nur ein Auto vorbeikäme, das könnte uns sicher mit Leichtigkeit herausziehen“, versuche ich der prekären Lage eine positive Seite abzugewinnen. Allerdings ist das Gebiet zwischen Dead Tree Island und Xakanaka nicht gerade stark frequentiert.

Wir beschließen, es zunächst aus eigener Kraft zu versuchen. Ich beginne, die Reifen im Wasser freizuschaufeln und stelle dabei fest, dass mehr oder weniger der gesamte rechte Unterboden auf dem schwarzen Schlamm aufliegt. Eine halbe Stunde schaufele ich den Schlamm unter dem Auto beiseite. Corinna hat mittlerweile einige Holzstücke gesammelt – wie sie meint, „unter Lebensgefahr“ (wegen der Löwen!!!), – und versuche dann, den Reifen Gripp zu verleihen, in dem ich die Hölzer unter die Hinterräder schiebe.

Versuch 1 unserer Befreiungsaktion: Ich lege den 4 Low Gang ein und schalte „Diff-Lock“ (Differenzialsperre) ein, was das Durchdrehen der Räder auf einer Achse verhindern soll. Nicht einen Millimeter bewegt sich unser Wagen aus dem Schlamm. Kleinlaut muss ich gestehen, dass wir uns aus eigener Kraft kaum befreien können. Auch der Einsatz des Hi-Lift-Jackers wäre aussichtslos, weil er im Schlamm schlicht und ergreifend versinken würde.

Also heißt es abwarten. Insgeheim überlege ich bereits, wie man im Ernstfall ein Nachtlager errichten könnte, als die rettende Hilfe naht. Ein australisches Paar, das sich mit Rebekka und Ryan vorstellt, kommt zu der Furt und wir erklären ihnen kurz die Situation. Sie passieren zunächst ohne größere Mühe das Wasser auf der linken Seite.

Bergung Teil 2: Ein Abschleppgurt wird angelegt und der andere Wagen, ebenfalls ein Toyota Hilux, beginnt zu ziehen. Seine Reifen drehen durch, während sich unser Wagen weiterhin nicht von der Stelle bewegt.

Bergung Teil 3: Wir legen den Gurt auf der anderen Fahrzeugseite an und erneut beginnt das „australische Team“ mit Vollgas zu ziehen, mit dem Ergebnis, dass der Gurt mit einem lauten Knall reißt. Ich beginne, daran zu zweifeln, dass unsere Versuche von Erfolg gekrönt sein werden.

So schnell geben wir nicht auf. Es folgt der 4. und letzte Versuch. Wenn es jetzt nicht klappt, können Rebekka und Ryan nur noch Hilfe aus dem Xakanaka Camp holen. Wir befestigen einen stärkeren Gurt an beiden Abschlepphaken und stimmen uns kurz ab, wie wir vorgehen. Wenn der Zug auf das Seil erfolgt, werde ich mit Vollgas versuchen, den Zug des anderen Fahrzeuges zu unterstützen. Nach wenigen Augenblicken bewegt sich unser Vehikel tatsächlich um einige wenige Zentimeter. Ich hole noch einmal alles aus dem Motor heraus und tatsächlich kommt unser Auto ins Rollen – 1 Zentimeter, 2 Zentimeter und dann bewegen wir uns langsam aber sicher ans rettende Ufer! Corinna stößt einen Freudenschrei aus und auch ich bin unsagbar erleichtert, dass wir es geschafft haben. Wir bedanken uns überschwänglich bei unseren Rettern und laden sie spontan zu einem Campfire Dinner ein. In drei Tagen haben auch Rebekka und Ryan eine Nacht im Savuti Camp gebucht.

Wir nehmen uns für die restliche Wegstrecke vor, möglichst jegliche Wasserdurchquerung zu vermeiden. Diese Idee ist in einem Überflutungsgebiet wie Dead Tree Island leichter gesagt als getan. Ein ums andere Mal enden unsere über das GPS-Gerät ausgeguckten Wegstrecken vor einer unpassierbaren Lagune. In einer davon lauert sogar ein riesiges Krokodil, das sich offenbar schon auf sein nahendes Abendessen freut! Ungefähr 1 ½ Stunden versuchen wir die unterschiedlichsten Strecken, bis wir endlich eine geeignete flache Furt finden.

Die alte Strecke nach Xakanaka ist aufgrund des Wassers unpassierbar, es gibt aber eine von der Parkverwaltung angelegte Umfahrung, die hinter Xakanaka wieder auf dem Hauptweg mündet. Unterwegs beobachten wir einige Elefantenherden sowie ein sich malerisch im Schlamm einer Lagune wühlendes Warthog (Warzenschwein).

Warzenschwein

Wir checken im North Gate Camp ein, dem großzügigsten Campspot im Moremi Game Reserve. Unser Campsite Nummer 6 ist wie alle anderen Plätze auch sehr großzügig, mit großem Abstand zu den „Nachbarn“ und eigenem Wasserhahn am Platz (78 € p.d.). Unser Tipp: Campsite Nummer 3 ist aus unserer Sicht der beste Platz mit freiem Blick auf den Khwai River. Das North Gate Camp wird durch SKL geführt und ist sehr gepflegt, auch die Abolution-Blocks sind in tadellosem Zustand. Bereits bei unserer Ankunft laufen Elefanten und Impalas quer durch das Camp.

Abends gibt es ein Braai mit Käsegrillern, Salat sowie Kartoffeln mit Avokadocreme. In der Nacht veranstalten Hyänen im Camp ein Heidenspektakel. An das nächtliche Brüllen der Löwen hat man sich längst gewöhnt! Wie bereits in Third Bridge muss man sich auf diebische Paviane und Grüne Meerkatzen einstellen, die jede Gelegenheit nutzen, Lebensmittel oder gar Ausrüstungsgegenstände zu stiebitzen.

Schaut euch unser Abenteuer im Moremi NP in unserem Video an!

2. Oktober 2013, Game Drives beim North Gate Camp, Moremi NP – Nervige Tokos und rivalisierende Hippos

Wir werden geweckt von einem rhythmischen metallischen Geräusch. „Was zum Teufel mag das denn sein“, raunt Corinna schlaftrunken. Als ich zum Fenster unseres Zeltes hinausblicke, entdecke ich schnell des Rätsels Lösung. Zwei Rotschnabel-Tokos haben unter unserem Tisch ihr eigenes Spiegelbild entdeckt und hämmern nun mit ihren Schnäbeln ein ums andere Mal unter die Tischplatte und auch gegen die Windschutzscheibe unseres Autos. Die beiden Tokos haben im Baum über uns ihr Nest in einem Astloch gebaut. Rotschnabel-Tokos haben, ebenso wie Kronentokos, ein äußerst eigentümliches Brutverhalten entwickelt: Das Weibchen wird von seinem Männchen zum Brüten in einem Astloch eingemauert, in dem das Loch mit Lehm unter Aussparung einer kleine Öffnung verschlossen wird. Durch die Öffnung versorgt das Männchen das Weibchen und die Brut. Wird das Männchen während der Brutzeit Opfer eines Raubvogels oder eines anderen Räubers, ist das eingesperrte Weibchen samt Brut häufig verloren, da es sich manchmal nicht aus eigener Kraft befreien kann. Eine solche Abhängigkeit würde sich so manches „Menschenmännchen“ sicher auch einmal wünschen!

Rotschnabel Tokos (Red-billed Hornbill)

Der Morning Game-Drive führt uns in die Nähe der Dombo-Hippo-Pools, nicht weit vom Camp entfernt. Dort beobachten wir drei Hippo-Bullen, die einen gewaltigen Rangordnungskampf ausfechten. Mit aufgerissenem Maul und einem ohrenbetäubenden Grunzen stürzen sie sich auf den jeweiligen Rivalen und bringen dabei den kompletten Pool in Wallung. Riesige Flutwellen schwappen ans Ufer. Dennoch ist erstaunlich, wie behände sich diese unförmigen Geschöpfe im Wasser bewegen können.

Wir folgen dem Khwai River eine Weile und sichten in einiger Entfernung drei sich nicht von der Stelle rührende Safariautos – ein sicheres Zeichen, dass ein Raubtier entdeckt worden ist. Und tatsächlich, im Schutz eines Mopanewaldes schleicht ein Leopard durch das Unterholz. Der erste Leopard unserer Reise, wir sind begeistert! Nach kurzer Zeit wird dem eleganten Tier die Beobachtung durch die Insassen der Fahrzeuge zu lästig und er entfernt sich über eine Ebene zu einem anderen kleinen Waldstück. Wir umfahren die Ebene und sichten kurz darauf den Leoparden malerisch auf einem Stamm liegend – ein klassisches Bild, das man vor Augen hat, wenn man an Afrika denkt, das man aber so selten sieht. Welch ein unbeschreibliches Glück wir doch haben!

Leoparden gelten als scheue und zurückhaltende Raubkatzen und sind zumeist nachtaktiv. Sie sind sehr territorial und verteidigen ihre Reviere gegen Vertreter ihres eigenen Geschlechts. Sie besitzen eine ausgeprägte Kletterfähigkeit und aufgrund ihrer kräftigen Nackenmuskulatur können sie ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts hoch in die Bäume zu ziehen, um die Beute vor Hyänen, Löwen und Wildhunden in Sicherheit zu bringen. Die bevorzugten Beutetiere sind kleinere Antilopen, Jungtiere aller Art, auch frisches Aas wird nicht verschmäht. Wie die Geparden sind Leoparden Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit zu Zweit gesichtet werden oder aber wenn eine Mutter mit ihrem Nachwuchs unterwegs ist.

Nach diesem großartigen Highlight fahren wir zurück zum Camp und von dort aus in das nahe gelegene Dörfchen Khwai, das bereits außerhalb des Reserves liegt. Unterwegs darf das Birding natürlich nicht fehlen und wir sichten tatsächlich eine für uns neue Art, einen Weißschopf-Brillenwürger, sowie einen farbenprächtigen Goldschwanzspecht.

Die Überquerung des River Khwai erfolgt über eine ausnahmsweise total stabil wirkende Holzbrücke mit verstärkter Fahrspur, die sogar Corinna großes Vertrauen abringt. Mittlerweile gibt es im Dorf mehrere kleine Tuck Stops, winzige kleine Lädchen, die mit Werbeslogans wie „Shopping Centre“ werben, aber ein äußerst überschaubaren Angebot in ihren Regalen aufweisen. Frischwaren wie Gemüse oder Fleisch  sucht man hier allerdings vergebens. Das Dorf wirkt mit seinen getünchten Hütten heimelig und profitiert sicherlich auch von der Nachbarschaft zum North Gate Camp.

Nach mehrmaligem Nachfragen stoßen wir auf eine winzige kleine Bäckerei (das erste gemauerte orangefarbene Gebäude auf der linken Seite, wenn man von der Brücke kommt). In einem herkömmlichen Gasherd-Backofen werden Brote gebacken und für 8 Pula verkauft. Mit dem duftenden frischen Brot haben wir ein fantastisches Frühstück. 

Weißschopf-Brillenwürger (White-crested Helmetshrike)
Goldschwanzspecht, Männchen (Golden-tailed Woodpecker)
Brücke über den River Khwai

Bis zum Nachmittag verbringen wir einige entspannte Stunden im Camp. Unsere beiden Tokos sind ununterbrochen damit beschäftigt, unser Auto zu untersuchen oder aber in „ihr Revier“ eindringende Glanzstare zu vertreiben. Wenn wir uns auch nur einen Meter vom Tisch entfernen, sitzen sie Sekunden später darauf oder hacken von unten auf ihr Spiegelbild ein. Auch die Monkeys inspizieren ausführlich unseren Platz. Einer von ihnen springt auf die Motorhaube, scheinbar völlig unbeteiligt sich umschauend. Kurze Zeit später wissen wir warum! Das kleine raffinierte Biest klettert vom Spiegel schnurstracks auf die Türgriffe zu und versucht die verschlossene Autotür im Herunterspringen zu öffnen, um an eine Packung Kekse im Innenraum heranzukommen – eine herausragende Intelligenzleistung! Zum Glück gelingt es ihnen dieses Mal nicht und das nächste Mal wissen wir Bescheid, verscheuchen sie sofort oder verschließen das Auto.

Unser abendlicher Game-Drive führt uns in ein weniger befahrenes Gebiet, das durch eine Tiefsandpiste direkt vom Camp ausgehend in östlicher Richtung erschlossen wird. Durch üble Huckelpisten gelangen wir zu einer weiten sumpfigen Ebene, wo zahlreiche Antilopen, Zebras und auch Elefanten friedlich grasen. Auch wenn wir heute Abend nicht das ganz spektakuläre Tiererlebnis haben, genießen wir die Stille und die landschaftliche Idylle im Abendlicht in vollen Zügen.

Den Sonnenuntergang erleben wir auf der Khwai Brücke. Knallrot versinkt die Sonne im River Khwai. Heute Abend hat sich Corinna ein fleischloses Gericht gewünscht – also gibt es Nudeln mit einer Thunfisch-Tomatensoße. Noch lange betrachten wir den Sternenhimmel am lodernden Campfire. Besonders beeindruckend ist, dass die Sterne gleich einer Kuppel komplett um uns herum funkeln und in allen Richtungen bis zum Horizont reichen!

In der Nacht bekommen wir Besuch. Mehrere Elefanten machen sich  an den Bäumen unmittelbar neben unserer Campsite zu schaffen. Einer von ihnen schabt sich eine ganze Weile genüsslich an einem Baum und verursacht ein Heidenspektakel. Der Baum knarrt bedenklich, bleibt aber letztlich stehen. Kurze Zeit später lässt das Brüllen eines Löwens die Erde zittern. Er kann nicht weit sein, maximal 500 Meter, wir bekommen ihn allerdings in dieser Nacht nicht zu Gesicht.

3. Oktober 2013, North Gate Camp, Moremi NP – Savuti, Chobe NP – Im legendären Savuti Camp

Wir haben gestern Abend die Tischdecke unter unserem Tisch mit einer Klammer verbunden, doch es hilft nichts, die Tokos haben einen Zwischenraum entdeckt und wecken uns auf gleiche Weise wie gestern. Wie jeden Morgen ordnen wir unsere Sachen und packen das Zelt für die morgendliche Pischfahrt zusammen, als Corinna plötzlich hinter der Auto hervorstürmt und schreit: „Das kann doch wohl nicht wahr sein, mach bloß, dass du verschwindest“! Ein dreister Monkey ist in einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit in unser Auto geklettert und hat die Packung Kekse geklaut, auf die er es bereits gestern abgesehen hatte. Jetzt macht er sich von dannen, gefolgt von der restlichen Affenhorde, die gerne einen Teil der Beute abhaben wollen. Auch die Pavianbande lässt nicht lange auf sich warten. Der Chef hockt sich auf einen Termitenhügel, während sein Gefolge Jagd auf die Monkeys macht! Doch die kleinen Meerkatzen sind viel zu flink und verziehen sich samt des Kekspaketes auf einen nahen Baum.

Der Pavianchef scheint sich massiv zu ärgern, dass die Monkeybande wieder einmal cleverer war, er hingegen leer ausgegangen ist. Jetzt passen wir besser auf und lassen die Paviane, die uns von einem Termitenhügel aus neigierig beäugt, nicht mehr an unser Auto heran.

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